Mehs Matthias Josef, 1893, Wittlich


Geboren am:

12.10.1893 in Wittlich

Gestorben im: 07.04.
Verheiratet mit: Helene Mehs geb. Arens (*11.08.1904 - † 02.10.2000
Kinder: 4 Töchter
Geschwister: nicht bekannt
Eltern:

Johann Jakob Mehs und Katherina Mehs geb. Linden

"Christ sein heißt Vorleistung des Guten"

Matthias Josef Mehs wurde am 12.10.1893 in Wittlich als Sohn von Johann Jakob Mehs und Katherina Linden aus Heidweiler geboren.

Nach Besuch des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Trier und Universitätsstudien in Philosophie, Geschichte und Kunstgeschichte, nach Teilnahme am Ersten Weltkrieg entschloss er sich, unter dem Druck der Inflation, in Wittlich wie sein Vater als Gastwirt sesshaft zu werden, die Geschichte seiner Heimatstadt zu erforschen und seine Kraft gleichzeitig in der Öffentlichkeit den Bürgern seiner Heimat zu widmen.

1927 heiratete er Helene Arens aus Ürzig. Aus dieser glücklichen Ehe gingen vier Töchter hervor.

 Die Geschicke der Zeit spielten ihm, dem überzeugten Demokraten und erklärten Feind der Nazis, eine schwierige Aufgabe zu: Aufbau der Stadt und Einsatz für die Demokratie nach 1945.  Er bewahrte Tradition und schuf neue, denn er sah darin eine feste Schale, in der man ein Stück Menschlichkeit verwirklichen kann. So bewahrte oder schuf er Feste, den Martinszug, die Altweiberfasnacht und die Säubrennerkirmes und setzte sich für die Erhaltung Alt-Wittlichs ein. 

Matthias Josef Mehs war ein Wissenschaftler und zugleich ein Mann des Volkes, der mit dem Volk zu leben verstand. Ausgeprägt stehen seine Charakterzüge da: Güte, Großzügigkeit, Verständnis für Jedermann, geistige Lebendigkeit, ein Kopf voller Ideen, Aufgeschlossenheit allem Neuen gegenüber, Mutterwitz, Schlagfertigkeit und Humor, und wieder andere: sein Zartgefühl, die Fähigkeit zu tiefer Empfindung, Standhaftigkeit, wenn er etwas für richtig erkannt hatte, und weniger bekannt: die Innere Verhaltenheit, Gefasstheit, wenn es Schweres zu ertragen galt, wie zuletzt in vorbildlicher Weise die Beschwerden des Alters und sein Sterben. Elementar für sein Leben waren: ein ausgeprägter Kunstsinn und sein Bürgersinn, worunter er den selbstlosen Einsatz für seine Mitbürger verstand.  Er war Humanist und Christ. In der St. Sebastianus-Bruderschaft sah er seine Weltanschauung verwirklicht, „Christ sein heißt Vorleistung des Guten.”  

Seine Gedankenwelt hat er, der Sammler und Liebhaber von Büchern, in Schriften hinterlassen. Den Wittlichern übergibt er auf seinem Totenzettel sein Vermächtnis: das Wittlicher Vaterunser und ein Bild des Prager Jesuskindes. Es drückt den Leitspruch seines Lebens aus: „Zu uns komme Dein Reich.”  Möge Gott ihm seinen Wunsch erfüllen.

Matthias Josef Mehs starb am 07.04.1976 im Alter von 82 Jahren.


Gedenkseite 297