Metzger Max Josef Dr., 1887, Schopfheim


Geboren am: 03.02.1887 in Schopfheim
Gestorben am: 17.04.1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet
Eltern: Friedrich August Metzger und Anna Metzger
Geschwister: 3

Ein Pazifist, der von den Nazis hingerichtet wurde

Max Josef Metzger wurde am 03.02.1887 als erstes von vier Kindern des Realschullehrers Friedrich August Metzger und seiner Ehefrau Anna in Schopfheim geboren. Nach der Volksschule und Realschule in Schopfheim besuchte er das Gymnasium in Donaueschingen. Anschließend studierte er von 1905 bis 1910 Philosophie und Theologie. 1911 promovierte er zum Doktor der Theologie.

Während des Ersten Weltkrieges war Dr. Max Josef Metzger als Divisionspfarrer tätig. Aufgrund der grausamen Erfahrungen, die er im Krieg gesammelt hat wurde er radikaler Pazifist und Mitglied des Internationalen Versöhnungsbundes. Er gründete den Friedensbund Deutscher Katholiken und Weltfriedensbund vom Weißen Kreuz. Daneben war er aktiv in der Una-Sancta-Bewegung und setzte sich für die Plansprache Esperanto ein.

1915 wurde er Generalsekretär des Kreuzbund-Verband abstinenter Katholiken. 1919 gehörte er zu den Mitgründern Säkularinstituts Christkönigs-Institut

Sterbebild aus der Privatsammlung Werner Ollig

Meitingen, deren Generalleiter er später wurde.

Dr. Max Josef Metzger, der den Namen "Bruder Paulus" annahm, ist einer der wenigen Ausnahmepriester, von denen wir heute wissen, dass er sich aktiv gegen das Naziregime gestellt hat. Schon wenige Monate nach der Machtergreifung Adolf Hitlers forderte er in einer Denkschrift die Kirche auf, einen offenen Kampf gegen den neuen Staat zu beginnen. Da die Nationalsozialisten der Kirche jedoch überlegen seien, plädierte er für eine konstruktive Zusammenarbeit, in der Hoffnung dadurch Schlimmeres zu verhüten. Durch seine Denkschrift wurde die Gestapo auf ihn aufmerksam. Max Josef Metzger wurde vom 23.01.1934 bis 26.01.1934 und 09.11.1939 bis 04.12.1939 deswegen kurz inhaftiert.

Am 29.06.1943 wurde er wegen Verrats an der Gestapoagentin Dagmar Imgart geb. Atterling, die sich in seine Una-Sancta-Bewegung eingeschlichen und sein Vertrauen erworben hatte, verhaftet. Da sie regelmäßig ihre Heimat in Schweden besuchte, hatte Max Josef Metzger ihr ein Memorandum (das Demokratische Manifest) anvertraut, welches sie dem Erzbischof Erling Eidem überbringen sollte. In dem Demokratischen Manifest waren die künftigen demokratischen Strukturen für die Zeit nach dem Krieg Deutschlands niedergeschrieben.

Dr. Max Josef Metzger wurde am 14.10.1943 in einem 70-minütigen Schauprozess zum Tode verurteilt. Der zuständige Nazirichter am Volksgerichtshof, Roland Freisler, lehnte die Anhörung des Angeklagten ab, da er dessen politische Tiraden nicht hören wollte und urteilte, die „Pestbeule Metzger“ sei auszumerzen und verkündete sein vorformuliertes Todesurteil.

Dr. Max Josef Metzger wurde am 17.04.1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden im Alter von 57 Jahren von den Nationalsozialisten hingerichtet.


Gedenkseite 2132