Moers, Deutschland


Moers ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen im Kreis Wesel.

Von 1906 bis heute wurden folgende Gemeinden in Moers eingemeindet:

  • 1906 Asberg, Hülsdonk, Hochstraß, Schwafheim, Vinn
  • 1975 Kapellen, Rheinkamp

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie in Kürze Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik

9. Jahrhundert bis 1899


Im 9. Jahrhundert wurde Moers erstmals urkundlich erwähnt.

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde das Moerser Schloss angelegt.

Um 1230 gab es die erste Kirche in Moers, die Bonifatius-Kirche.

1300 erhielt Moers die Stadtrechte.

1363 gab es eine neu errichtete Kapelle in der Stadt, die überwiegend von den Grafen von Moers genutzt wurde und die später zur heutigen Stadtkirche ausgebaut wurde.

1373 erhielt Moers das Münzrecht.

Anfang des 15. Jahrhunderts wurde die Stadt mit Mauern, Wassergräben und Stadttoren befestigt.

1448 erfolgte der Bau eines Karmeliterklosters

1560 hielt der Protestantismus unter Graf Hermann von Neuenahr und Moers Einzug in Moers.

1563 führte Graf Hermann von Neuenahr und Moers die Gerichtsordnung ein.

1582 wurde das Gymnasium Adolfinum gegründet, welches heute noch besteht.

Zwischen 1586 und 1597 wurde Moers von den spanischen Truppen besetzt.

1597 konnte Moritz von Oranien die Stadt gewaltlos einnehmen. Die Stadt war ihm von der letzten Gräfin Anna Walburga Neuenahr und Moers vererbt worden. Anna Walburga lebte bis zu ihrem Tod im Jahr 1600 in Moers.

1605 zerstörte ein Großbrand Teile der Altstadt.

1623 starben 900 Einwohner an der Pest.

Während andere Städte unter dem Dreißigjährigen Krieg stark litten, gelang es der Stadt Moers unter dem Schutz der Niederländer, dem Krieg weitgehend zu entgehen und neutral zu bleiben.

1702 fiel Moers im Wege der Erbfolge an Preußen und wurde 1706 Fürstentum.

Während des Siebenjährigen Krieges wurde Moers kurz von Franzosen besetzt.

1794 wurde die Stadt von französischen Revolutionstruppen besetzt und kam 1798 zum Département de la Roer.

1815 fiel Moers aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongress an Preußen. Einige französische Soldaten kehrten nicht nach Frankreich zurück, sondern ließen sich in Moers nieder. Damit stieg der Anteil der katholischen Bevölkerung wieder an.

1820 wurde das Lehrerseminar mit Adolph Diesterweg als erstem Direktor gegründet.

1841 richtete Diesterwegs Nachfolger, Franz Ludwig Zahn für die Unterbringung der Lehramtsanwärter die sogenannte Präparandenanstalt ein, die dann zum Internat erweitert.

Um 1850 erwarb der Duisburger Fabrikant Friedrich Wintgens das Schloss kaufen und gründete in dessen Nähe eine Baumwollspinnerei. Das erfolgreiche Unternehmen beschäftigte bis zu 200 Menschen.

Das Unternehmen war recht erfolgreich. In der Spitze waren mehr als 200 Menschen dort beschäftigt. Wintgens konnte das Schloss erwerben und renovieren sowie auf weiteren Flächen den Schlosspark anlegen lassen.

1873 ab es die erste gasbetriebene Straßenbeleuchtung in der Stadt.

1882 wurde Moers an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

 

1900 bis heute


1900 kam mit dem Abteufen der Zeche Rheinpreußen der Bergbau in die Stadt. Bis 1913 kamen etwa 10.000 Zuwanderer nach Moers, die Arbeit im Bergbau suchten. Zwecks Unterbringung der vielen Arbeiter und deren Familien wurde die Arbeitersiedlung Meerbeck-Hochstraß gebaut.

1901 wurde das erste Wasserwerk gebaut.

1909 nahmen die Moerser Kreisbahnen den Betrieb auf.

Seit 1911 gibt es Stromversorgung in der Innenstadt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt bis 1926 von belgischen Truppen besetzt. Die Bevölkerung litt unter Arbeitslosigkeit und teils an Hunger und ab 1923 an der Inflation.

1925 trat Joseph Goebbels als Redner in Moers auf, wobei die NSDAP für die Bewohner keine Rolle spielte. Bei den Reichstagswahlen 1928 erzielte sie nur 1,7 % der Stimmen. Bei den Kommunalwahlen 1929 zwei Sitze. Allerdings begann im Jahr 1929 auch die Weltwirtschaftskrise, die auch in Moers zu vielen Entlassungen von Bergbauarbeitern führte und sich immer mehr Menschen für die NSDAP, die Arbeit versprach, interessierten. Bei den Wahlen 1930 ging die NSDAP als stärkste Partei in Moers hervor und im gleichen Jahr wurde eine Ortsgruppe der Hitlerjugend gegründet.

1933 nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verließen von den etwa 230 Juden viele Moers. In der Pogromnacht vom 09.11. auf den 10.11. wurde die Synagoge zerstört, jedoch nicht in Brand gesteckt. Von den knapp 60 jüdischen Bewohnern die 1941 noch in der Stadt leben, wurden 40 im Dezember 1941 nach Riga und Theresienstadt deportiert. Es folgten noch 2 weitere Transporte.

Etwas 3000 Kriegsgefangene lebten in den 23 Lagern um die Stadt und mussten Zwangsarbeit im Bergbau und Industrieunternehmen leisten.

Am 04.03.1945 wurde das zerstörte Moers von US-Truppen eingenommen.

1952 wurde der Betrieb auf Oberleitungs-Busse aufgenommen.

1978 erfolgte die Umstellung von Kokereigas auf Erdgas.

2000 feierte Moers 700-jähriges Bestehen.