Mülheim an der Ruhr, Deutschland


Mülheim an der Ruhr ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen.

Seit 1878 wurden folgende Gemeinden in Mühlheim eingemeindet:

  • 1878 Eppinghofen, Mellinghofen
  • 1904 Broich, Saarn, Speldorf
  • 1904 Holthausen, Styrum
  • 1910 Heißen mit Winkhausen und einem Teil von Fulerum und Oberdümpten
  • 1920 Menden und Raadt
  • 1929 Ickten, Selbeck und Teile von Umstand
  • 1975 Mintard

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie in Kürze Informationen zu Personen, die aus dies Orten stammten.

Chronik

1093 bis 1899


1093 wurde Mühlheim erstmals urkundlich erwähnt.

Um 1200 wurde das Zisterzienserinnenkloster Saarn gegründet.

Seit dem 14. Jahrhundert gab es zwischen Duisburg und Mülheim Schifffahrt.

1598 besetzten spanische Truppen während des spanisch-niederländischen Krieges das Schloss Broich.

1716 entstand der Rheinhafen in Mülheim.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Ruhr zu einer Schifffahrtsstraße begann ab 1770 in Mülheim die Industrialisierung. Der Kohlehandel erfuhr massiven Aufschwung und es entstanden die ersten Zechen.

1791 gründete Caspar Troost die erste Fabrik, eine Textilfabrik, die mit über 1200 beschäftigten Mitte des 19. Jahrhunderts zum größten Arbeitgeber in Mülheim wurde.

1811 eröffneten die Brüder Johann und Franz Dinnendahl eine mechanische Werkstatt und 1820 gründeten die beiden eine Eisenschmelze zur Herstellung von gegossenen Maschinenteilen, Vorgänger der Friedrich-Wilhelms-Hütte.

1816 wurde die Mülheimer Bürgergesellschaft „Gesellschaft Casino e.V.“ gegründet, die das gleichnamige Gebäude im Jahr 1842 errichtete. Hier verkehrten auch Entscheider aus der aufstrebenden Industrie und deren Familien und die Gesellschaft sah sich selbst als Gegenpol zum Adel.

1837 wurde die Sellerbecker Pferdebahn in Betrieb genommen.

1839 erfolgte die Fertigstellung der privaten Aktienstraße vom Mülheim nach Essen.

1842 und 1844 wurde in Mülheim die erste Hängebrücke Deutschlands in Eisenbauweise errichtet. 1909 wurde die Brücke durch eine Betonbrücke ersetzt.

1846 erhielt Mülheim die Stadtrechte.

1849 wurde die Stahlproduktion mit Kokskohle aufgenommen.

1861 eröffnete die erste Brikettfabrik des Ruhrgebiets.

1862 wurde Mülheim an das Eisenbahnnetzt angeschlossen.

1871 gründete August Thyssen in Mülheim die Firma Thyssen & Co.

1897 fuhr die erste elektrische Straßenbahn in Mülheim.

1899 wurde Mülheim Garnisonstadt, in der das Infanterie-Regiment 159 stationiert war.

 

1900 bis heute


Während seiner Amtszeit von 1904 bis 1928 war der Oberbürgermeister Paul Lembke maßgeblich für den großen Wandel in der Stadt verantwortlich. Durch strategisch sinnvolle Eingemeindungen wuchs die Stadt von 40.000 Einwohnern schnell auf über 100.000 Einwohner und damit zur Großstadt. Durch infrastrukturelle Verbesserungen und kulturelle Impulse wurde Mülheim eine moderne Großstadt mit einem gut ausgebauten Schulsystem und der Schaffung von Naherholungsgebieten.

1912 wurde das Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohlenforschung gegründet.

1926 wurde die Stadthalle eröffnet.

Bis 1927 wurden 3 neue Brücken über die Ruhr gebaut und die Hafenanlagen ausgebaut.

In den 1930er Jahren wurde der Flughafen Essen/Mülheim gebaut und eine Siedlung für Flughafenpersonal in Nähe des Flugplatzes errichtet.

Nach Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 begannen schnell die ersten Hausdurchsuchungen bei politischen Feinden, insbesondere den Kommunisten. Zahlreiche politische Gegner wurden festgenommen.

Ende September 1938 wurde die jüdische Gemeinde enteignet. Die Synagoge wurde an die Stadtsparkasse zwangsverkauft. In der Pogromnacht vom 09.11. auf den 10.11.1938 wurde ein jüdisches Gotteshaus von der Mülheimer Feuerwehr in Brand gesteckt.

1941 wurde am Flughafen Essen/Mülheim ein Arbeitslager eingerichtet, in dem bis Kriegsende um die 7000 Menschen untergebracht waren. Bei mehreren Luftangriffen wurde Mülheim bis Kriegsende zu fast 70 Prozent zerstört.

Am 11.04.1945 wurde die Stadt von US-Truppen eingenommen und wurde später zur Britischen Besatzungszone.

Durch Kriegsheimkehrer und Flüchtlinge stiegt die Zahl der Einwohner schnell um 37000 Einwohner auf über 125000 Einwohner an.

1950 waren die Mannesmannröhren-Werke wieder der größte Röhrenproduzent in Europa.

In den 1960er Jahren wurde die Stahlindustrie und der Kohleabbau in Mülheim aufgeben und es erfolgte ein schwieriger Strukturwandel.

1973 wurde das Einkaufszentrum RheinRuhrZentrum auf einem ehemaligen Zechengelände eröffnet.

1974 eröffnete das Einkaufszentrum City-Center, heute bekannt als Forum City Mülheim).

1992 wurde die nordrhein-westfälische Landesgartenschau MüGa in Mülheim durchgeführt.

1994 zogen die letzten britischen Truppen aus der Stadt ab und die Geschichte Mülheims als Garnisonsstadt endete.

Seit 2000 wurde eine brachliegende Industriefläche zum Siemens Technopark umgestaltet, auf der 2005 das Haus der Wirtschaft eröffnet wurde.