Neumann Therese, 1898, Konnersreuth


Geboren am:

08.04.1898 in Konnersreuth

Gestorben am: 15.09.1962  in Konnersreuth
Verheiratet: nein
Kinder: keine
Geschwister: 9, darunter Ottilie und Ferdinand
Eltern: Ferdinand Neumann und Anna Neumann geb. Grillmeier

Sie wurde von ihrer Blindheit und Lähmung geheilt

Therese Neumann wurde am 08.04.1898 in Konnersreuth geboren. Sie war das älteste von 10 Kindern der Eheleute Ferdinand Neumann und seiner Ehefrau Anna Neumann geb. Grillmeier.

Bis zum 20. Lebensjahr diente „Resl“, wie sie in Konnersreuth genannt wurde, als Magd auf einem Nachbarshof, der einem Verwandten gehörte und führte die Wirtschaft ab 1915 während der kriegsbedingten Abwesenheit des Hofbesitzers in verantwortlicher Stellung als Großmagd. Ihr Sehnen war jedoch, Krankenschwester in den afrikanischen Missionen zu werden.


Beim Löschen eines Scheunenbrandes verunglückte sie im März 1918. Es setzten vegetative Beschwerden ein, die zu körperlichen Zusammenbrüchen und Stürzen führten. Im September 1918 setzten die ersten Sehstörungen ein, die zu vollständiger Blindheit im März 1919 führten. Auch litt sie seit Oktober 1918 unter Lähmungen, die sie zu einem bettlägerigen Pflegefall machten. 1922 machten sich zusätzliche Schluckbeschwerden bemerkbar.

Therese Neumann nahm ihre Zuflucht zur „Leidensblume von Lisieux“, der späteren Heiligen Theresia vom Kinde Jesu. An dem Seligsprechungstag ihrer Namenspatronin, dem 29.04.1923, wurde sie von der Blindheit geheilt. Am Tag der Heiligsprechung, dem 17.05.1925, verschwand auch ihre Lähmung.

Seit Februar 1926 zeigten sich an ihr die Wundmale Christi. Ihre Blutungen aus den Augen führte zu einem großen Pilgerandrang von bis zu 5.000 Menschen an einem Tag.

Auch soll sie 34 Jahre lang seit Februar 1926 außer der heiligen Eucharistie keine Nahrung und Getränke zu sich genommen haben und regelmäßig Visionen von biblischen Szenen des Neuen Testamentes erlebt haben.

Bei aller Tiefe des innerlichen Lebens vergaß sie nicht die tatkräftige Ausübung der Gottes- und Nächstenliebe. Unermüdlich war sie in der Betreuung der heimatlichen Pfarrkirche. Grenzenlos war ihre Sorge für die Kranken. Groß und klein aus aller Welt, Verantwortliche aus Kirche und Staat empfahlen sich in ihr Gebet. Nach Worten des verstorbenen Diözesanbischofs Michael Buchberger fanden in Konnersreuth viele Leidende Erhörung oder Trost und manche haben ihren Glauben wiedergefunden oder sind in diesem gestärkt worden.

Aus Sorge um Priester- und Ordensberufe war Therese Neumann wesentlich beteiligt an der Gründung des Seminars für Spätberufene in Fockenfeld und sie schaffte die Voraussetzungen für das Anbetungskloster Fockenfeld bei Konnersreuth.

Therese Neumann starb am 15.09.1962 im Alter von 64 Jahren an einem Herzinfarkt in Konnersreuth. Ihr Traum, Krankenschwester in den afrikanischen Missionen zu werden, hat sich nicht erfüllt. Dafür ist ihr Grab heute nach wie vor das Ziel von Pilgern und Touristen aus aller Welt, darunter auch Menschen aus Afrika.



Sterbebild aus der privaten Sterbebildsammlung Werner Ollig


Eine Schwester von Therese war Haushälterin des Eichstätter Bischofs Joseph Schröffer. Ihre Schwester Ottilie war Haushälterin des Konnersreuther Ortsgeistlichen Joseph Naber. Ihr 13 Jahre jüngerer Bruder Ferdinand „Ferdl“ Neumann war von 1949 bis 1957 Landrat in Kemnath und saß von 1946 bis 1950 für die CSU im Bayerischen Landtag.


Gedenkseite 1819