Neunzig Josef, 1904, Bedburg


Geboren am:

01.03.1904 in Bedburg

Gestorben am:

04.08.1965 in München

Verheiratet: nein
Kinder: keine
Geschwister: 7
Eltern: Josef Neunzig und Ehefrau Maria Neunzig geb. Schiffer 

Er war 4 Jahre im KZ Dachau inhaftiert

Josef Neunzig wurde am 01.03.1904 als ältestes von acht Kindern des Zeitungsverlegers und Buchdruckereibesitzers Josef Neunzig und dessen Ehefrau Maria Neunzig geb. Schiffer in Bedburg geboren. Er absolvierte seine Gymnasialstudien an der ehemalischen Rheinischen Ritterakademie. Danach trat er in das Priesterseminar Trier ein und studierte zunächst Katholische Theologie und Philosophie an der Theologischen Fakultät Trier, später Volkswirtschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1924 wurde er Mitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Ripuaria Bonn. Nach seinem Studium in Bonn studierte er Caritaswissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und wurde dort auch Mitglied der KDStV Hohenstaufen Freiburg.

Josef Neunzig

Im März 1932 empfing er Trierer Dom die Priesterweihe durch Bischof Franz Rudolf Bornewasser. Als Kaplan und Jugendseelsorger in den Pfarreien Plaidt, Fraulautern, Freisen und Halver missfiel seine regimekritische Haltung den Nationalsozialisten und ihm wurde zunächst die Erlaubnis zur Erteilung des Religionsunterrichts entzogen, später musste er die Diözese Trier verlassen. Am 23.08.1941 wurde er während seiner neuen Tätigkeit in Dortmund von den Nationalsozialisten verhaftet, weil er polnischen Zwangsarbeitern zu viel Hilfe und Sympathie entgegengebracht hatte. Für dieses aus nationalsozialistischer Sicht begangene Verbrechen wurde er vom 18.10.1944 bis zum 08.04.1944 im Pfarrerblock 26, Stube 2 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert.

1945 kehrte er in die Pfarrei Halver zurück, wechselte 1946 jedoch wieder nach Trier, wo er am 30.03.1948 die Pfarrei St. Aloisius in Herdorf übernahm. 1956 übernahm er die Pfarrstelle in Bad Bertrich.

Eine innige Verbundenheit sah er in dem Zusammenschluss der Priester aus der Zeit der Inhaftierung im Konzentrationslager Dachau. Diese „Confraternitas“ blieb ihm bis zu seinem Lebensende eine Herzensangelegenheit. Die letzten Jahre seines Lebens waren von schwerer Krankheit gezeichnet.

Josef Neunzig starb in den Abendstunden des 04.08.1965 im Alter von 61 Jahren im Drittordenskrankenhaus in München-Nymphenburg.


Gedenkseite 1398