Neuss, Deutschland


Neuss ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen.

Folgende Gemeinden bzw. Gemeindeteile wurden in Neuss eingemeindet:

  • Anfang des 20. Jahrhunderts Teile von Heerdt, Büderich und Kaarst
  • 1929 Grimlinghausen, Uedesheim, Weckhoven
  • 1975 Grefrath, Holzheim, Hoisten, Norf, Rosellen, Speck sowie weitere Teile von Kaarst

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie in Kürze Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik


Neuss ist neben Trier und Mainz eine der ältesten Städte Deutschlands. Um 16 v. Chr. errichteten die Römer auf dem heutigen Stadtgebiet eine Befestigung aus Holz und um 50 n. Chr. ein Legionslager aus Stein. Anfang des 4. Jahrhunderts wurden die Römer von den Franken verdrängt.

877 wird Neuss erstmals urkundlich erwähnt.

Im 10. Jahrhundert ließen die Grafen von Kleve eine Kirche in Neuss errichten, den Vorgänger des Quirinus-Münster. Ende des 10. Jahrhunderts entstand das Benediktinerinnenkloster.

Im 11. Jahrhundert stand Neuss unter dem Einfluss der Kölner Erzbischöfe und entwickelte sich zu einer Handelsstadt. 1190 wurde Neuss bereits als Stadt bezeichnet, die Stadtrechte sind vermutlich aber schon früher verliehen worden.

Um 1200 wurde die große Stadtmauer mit fünf Toren gebaut.

1209 wurde mit dem Bau des Quirinus-Münster begonnen.

Mitte des 13. Jahrhunderts wurde Neuss Mitglied der Hanse und versuchte sich von dem Einfluss der Kölner Erzbischöfe zu befreien. 1254 durften die Neusser das Schloss des Erzbistums in der Stadt abreißen und 1259 wurde die Unabhängigkeit der Stadt durch Wahl eines Stadtrates weiter ausgebaut.

1270 erhielt Neuss Zollfreiheit.

Die Unabhängigkeit Neuss führte immer wieder zu Differenzen mit Erzköln. 1370 beschloss der neu gewählte Kölner Erzbischof Friedrich III. daher den Rheinzoll von Neuss nach Zons zu verlegen, weil dort keine Widerstände der Einwohner zu erwarten waren. 1372 wurde die Zollstätte Neuss geschlossen und die Zollstätte Zons eröffnet.

1474/75 widerstand Neuss der fast einjährigen Belagerung durch Karl den Kühnen. Nach Ende der Belagerung wurden die Kriegsschäden schnell beseitigt. Zur Belohnung verlieh Kaiser Friedrich III. Neuss das Münzprivileg, das Rotwachsprivileg, die Rechte einer Hansestadt und ein neues Wappen.

1586 wurde Neuss erobert, geplündert und in Brand gesetzt. Die komplette Neusser Garnison zur Verteidigung der Stadt wurde getötet. Etwa 3.000 von etwa 4.500 Einwohnern wurden ermordet. Die Stadt brannte bis auf 8 Häuser nieder.

1741 brannte das Quirinus-Münster und wurde mit einer Kuppel wiederaufgebaut.

1794 besetzten französische Revolutionstruppen die Stadt. 1813 wurden Napoleons Soldaten von preußischen Truppen vertrieben.

1835 wurde der Hafen ausgebaut.

1856 wurde die Rheinische Städteordnung eingeführt

1881 Aufschwung der Industrie durch viele Firmenneugründungen und damit verbunden Erweiterung des Stadtgebietes.

1888 begannen die Ausgrabungen des ersten römischen Kastells.

1938 wurde in der Pogromnacht vom 09.11. auf den 10.11.1938 die Synagoge in Brand gesetzt und jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert. 130 Juden wurden in den Folgejahren in Konzentrationslager deportiert. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt bei Luftangriffen stark zerstört. Am 02.03.1945 wurde Neuss von US-Truppen eingenommen.

1968 wurde die Schreibweise von „Neuß“ in „Neuss“ geändert.