Neuß Wilhelm Maria Josef, 1880, Montabaur


Geboren am:

24.07.1880 in Montabaur

Gestorben am: 31.12.1965 in Bonn
Verheiratet: nein
Kinder: nicht bekannt
Geschwister: nicht bekannt
Eltern: Johann Joseph Neuß und Maria Neuß, geb. Glandorff

 

Aus seinem Leben

Wilhelm Maria Josef Neuß wurde am 24.6.1880 als Sohn von Johann Joseph Neuß (1847–1913) und seiner Maria Neuß, geb. Glandorff (gest. 1938) in Montabaur geboren. Sein Vater leitete von 1883 bis 1913 das Realgymnasium in Aachen.

Wilhelm Maria Josef Neuß wuchs in Aachen auf und studierte von 1899 bis 1902 Theologie und Kunstgeschichte an den Universitäten in Münster, München, Bonn und Freiburg im Breisgau.

Am 24.08.1903 wurde er in Köln zum Priester geweiht. Schon als Kaplan an St. Alban in Köln sowie als Rektor und Religionslehrer an der Ursulinenschule lernte er im Arbeiterverein die sozialen Probleme der Zeit kennen.

Während dieser Jahre von 1903 bis 1911 bereitete er sich außerdem auf das Staatsexamen für das höhere Lehramt und auf seine Promotion vor. 1911 wurde er promoviert. 1913 erfolgte seine Habilitation und 1917 seine Berufung als außerordentlicher Professor an die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Bonn.

Von 1920 bis 1949 lehrte er als ordentlicher Professor Kirchengeschichte des Mittelalters und Geschichte der christlichen Kunst. Sein besonderes Interesse galt der Geschichte der Erzdiözese Köln.

Durch seine Ernennung zum n. r. Domkapitular, durch die Aufnahme in ausländische Akademien sowie durch die Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes wurde Wilhelm Maria Josef Neuß geehrt, der 1935 – 1954 Vorsitzender der Gesellschaft zur Herausgabe des Corpus Catholicorum und seit 1923 des Vereins für Christliche Kunst im Erzbistum Köln und Bistum Aachen war.

In den Jahren 1933/1934 griff Wilhelm Maria Josef Neuß aktiv in die geistige Auseinandersetzung des Christentums mit dem Nationalsozialismus ein und mit seinen Beiträgen im „Antimythus“ gegen Alfred Rosenbergs „Mythus des 20. Jahrhunderts“ trug er wesentlich zur geistigen Orientierung seiner Zeit bei. Sein vorbildliches Beispiel zeigte, dass sich Lehr- und Forschertätigkeit mit einer Einflussnahme auf die geistige Zeitentwicklung verbinden lässt.

Ohne Furcht vor den Nationalsozialisten hat er viele Gefangene der Gewaltherrschaft besucht und seelsorgerisch betreut sowie rassisch Verfolgten geholfen. Er for­der­te auch, dass sich die ka­tho­li­schen Chris­ten ge­gen das „Ras­sen­prin­zip“ en­ga­gie­ren soll­ten und wand­te sich da­mit nicht nur die Ideo­lo­gie der Nationalsozialisten, son­dern auch ge­gen die Idee ei­ner jü­di­schen Erb­schul­d in­ner­halb der Kir­che.

Vielen hat er viel gegeben, besonders seinen Studenten, nicht nur materielle Güter, sondern vor allem väterliche Freundschaft und wirksame Hilfe in allen Lebenslagen. Seine Güte und seine Bescheidenheit haben ihn geprägt. Bei aller Wissenschaft ist er immer Priester geblieben. 1949 emeritierte der Domkapitular.

Prof. Dr. theol. Wilhelm Maria Josef Neuß starb am 31.12.1965 im Alter von 85 Jahren in Bonn.


Ehrungen

Am 04.01.1953 wurde Wilhelm Maria Josef Neuß von Papst Pius XII. zum Päpstlichen Hausprälaten ernannt.


Gedenkseitennummer 159