Offenburg, Deutschland


Offenburg ist eine Stadt im Westen Baden-Württembergs. Die Stadt gliedert sich in 15 Stadtteile, die früher teils eigenständige Gemeinden waren.

 Stadtteile:    
  • Albersböch
  • Bohlsbach
  • Bühl
  • Elgersweier
  • Fessenbach
  • Griesheim
  • Hildboltsweier
  • Kernstadt
  • Uffhoven
  • Rammersweier
  • Waltersweier
  • Weier
  • Windschläg
  • Zell-Weierbach
  • Zunsweier

Zu einigen Stadtteilen gehören teilweise separat gelegene Wohnplätze.

  • zu Fessenbach: Albersbach, Maisenhalder Hof, Rießhof
  • zur Kernstadt: Am Kalbsbrunnen, Bleiche, Großer Deich, Laubenlindle, Pumpwerk, Spitalhof, Weingarten, Ziegelhof
  • zu Albersbösch: Kreuzschlag
  • zu Weier: Im Gottswald
  • zu Zell-Weierbach: Hasengrund, Riedle
  • zu Zunsweier: Hagenbach, Kieswerk, Rütihof

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik


Funde aus der Römerzeit belegen eine frühe Besiedlung des heutigen Stadtgebietes.

Der Ursprung der heutigen Stadt liegt vermutlich in einer Marktsiedlung, die vor 1100 entstanden ist.

1148 wird Offenburg erstmals urkundlich erwähnt.

1240 wird Offenburg durch Friedrich II.  zur Reichsstadt erhoben. Die Bevölkerung Offenburgs hatte ursprünglich einen überwiegend bürgerlichen Charakter, da sie hauptsächlich aus alteingesessenen Familien und vom Lande zugezogenen Adligen bestand. In immer größerer Zahl zogen auch Handwerker zu. Der Rat wies den Zünften besondere Wohnquartiere zu, woran viele Straßennamen noch heute erinnern (Gerberstraße, Metzgerstraße, Schlossergasse...). Im 16. Jahrhundert begannen Bürger der Stadt in bescheidenem Umfang auch Ackerbau, Weinbau und Viehzucht zu betreiben. Die Stadt erhielt dadurch ein bürgerlich-bäuerliches Gesicht. [1]

Um die Mitte des 13. Jahrhunderts siedelten sich in Offenburg Juden an. Sie wurden durch die tolerante Politik Friedrich II. dazu ermuntert und bildeten bald "eine kleine blühende Gemeinde", die auf dem ihr zugewiesenen Areal nicht nur ihre Wohnhäuser und die "Judenschul" (Synagoge) errichtete: die jüdische Gemeinde baute auch eine unterirdische Mikwe (jüdisches Ritualbad), die heute noch besichtigt werden kann und als eines der ältesten jüdischen Baudenkmale in Südbaden eine besondere Sehenswürdigkeit der Stadt ist. Die erste jüdische Gemeinde wurde in einem Pogrom 1349 vernichtet. Vorangegangen war eine Anschuldigung wegen "Brunnenvergiftung", die nachweislich falsch war, wie die Stadtväter anschließend selbst zugaben. [1]

Anfang des 16. Jahrhunderts nahm die Unzufriedenheit der Bevölkerung über die kirchlichen Würdenträger stetig zu. Deshalb sorgte der Offenburger Magistrat selbst für Abhilfe und setzte 1525 zwei Prediger ein, die dem Kirchherrn nicht untergeordnet waren. Aufgrund dieser Zustände konnte sich Luthers Lehre wohl besonders schnell verbreiten. [1]

Auf dem Augsburger Reichstag im Jahre 1530 traten die Offenburger Gesandten zusammen mit den Straßburgern für die neue Lehre ein. Gleichzeitig versprachen sie aber auch dem (katholischen) Kaiser Gehorsam. Ab 1531 vollzog sich im Offenburger Rat ein deutlicher Umschwung: während sich die Straßburger immer deutlicher zum neuen Glauben bekannten, kehrten die Offenburger umso deutlicher zum alten Glauben zurück, denn den Bürgern war daran gelegen, ihren Status als freie Reichsstädter zu erhalten. 1560 trat eine Kirchenordnung in Kraft, die von "Schultheiß, Meister und Rat der Stadt Offenburg" erlassen worden war, um die kirchliche Einheit wiederherzustellen. 1591 beschloss der Rat einstimmig, nur dem das Bürgerrecht zu verleihen, der sich zur "wahren römischen Kirche" bekannte. Dieser Ratsbeschluss wurde erst im 18. Jahrhundert aufgehoben. [1]

Während des Dreißigjährigen Krieges war Offenburg von 1632 bis 1635 von schwedischen Truppen besetzt und danach von kaiserlichen Truppen.

1689 wurde die Stadt von Soldaten Ludwigs XIV. in Brand gesteckt. Bis auf das Kapuzinerkloster und zwei Häuser wurde Offenburg durch den Brand vollständig zerstört.

1797 hatten französische Revolutionstruppen für längere Zeit ein Hauptquartier in Offenburg.

1847 fand in Offenburg eine Versammlung statt, die als Ursprung für die deutsche Demokratiebewegung gilt. Zu den Forderungen gehörten u.a. die Pressefreiheit, die Religionsfreiheit, ein gerechtes Steuerrecht.

Durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz wurde die Stadt zu einem Standort für Email- und Glasplakatefabriken, Leder- und Tabakfabriken, Webereien, Spinnereien. Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts erhielt die Stadt Wasserleitungen, Kanalisation, Elektrizität und Gasbeleuchtung.

1870 wurde die Mädchenvolksschule gebaut, heute Anne-Frank-Schule.

1883 wurde die Handelsschule gegründet.

1912 wurde das Städtische Krankenhaus am Ebertplatz eröffnet.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges erfuhr Offenburg im Jahr 1924 erstmals wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung durch die Ortenauer Herbstmesse. Bedingt durch die Weltwirtschaftskrise stieg 1929 die Arbeitslosigkeit stark an.

Nach Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 wurden Politiker anderer Parteien abgesetzt, verhaftet oder deportiert. Auch die Rechte der jüdischen Bevölkerung wurden immer stärker eingeschränkt.

1938 wurde in der Pogromnacht vom 09.11. auf den 10.11. die jüdische Synagoge vollständig zerstört. Die ersten Juden wurden verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau deportiert. 1940 wurden weitere jüdische Bewohner nach Frankreich in das Lager Gurs deportiert. 1942 wurden die letzten Juden nach Auschwitz gebracht. 1944 wurden in Offenburg alle inhaftierten NS-Gegner ermordet. Am 15.04.1945 wurde Offenburg von französischen Truppen eingenommen und kam zur französischen Besatzungszone.

Nach Kriegsende begann der Wiederaufbau. Zunächst musste neuer Wohnraum geschaffen werden.

1953 nahm die Druckerei Franz Burda den Betrieb auf. In den Folgejahren siedelten sich weitere Industriebetriebe in Offenburg an.

1964 wurde die Staatliche Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektrotechnik gegründet.

1991 zogen die letzten französischen Soldaten aus Offenburg ab.

1996 wurde Offenburg zum jüngsten Oberzentrum in Baden-Württemberg.

2017 wurde das Freizeitbad fertiggestellt.


[1] Quelle: Geschichte der Stadt Offenburg https://www.offenburg.de/html/geschichte_vi.html