Pronsfeld, Deutschland


Pronsfeld ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Zu Pronsfeld gehört auch der Wohnplatz Finkendell, der Wohnplatz In der Lünebach und der westliche Teil von Schloßheck.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik


Funde aus der Römerzeit belegen eine Besiedlung des heutigen Gemeindegebietes schon in der Römerzeit.

Um 1045 wurde Pronsfeld erstmals urkundlich in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Poppo erwähnt. In dieser Urkunde wurde dem Grafen Cadelo und dessen Ehefrau Irmingard eine frühere Übertragung ihres Besitzes zu „Prumizuelt“ an die Trierische Kirche bestätigt.

1795, während der Besatzung durch französische Revolutionstruppen wurde Pronsfeld dem Kanton Arzfeld im Departement der Wälder (Sitz Luxemburg) unterstellt.

1815 wurde Pronsfeld aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses dem Königreich Preußen zugesprochen. Unter der preußischen Verwaltung wurde Pronsfeld 1816 in den neu errichteten Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier eingegliedert.

1886 begann mit der Westeifelbahn das Eisenbahnzeitalter für Pronsfeld mit der Inbetriebnahme der Teilstrecke Prüm – Pronsfeld – Bleialf. Damit hatte Pronsfeld auch Anschluss an die Städte Trier und Köln. 1888 wurde die Strecke auch Richtung St. Vith ausgebaut. Durch diese sogenannte Vennbahn waren ab 1889 auch die Städte Aachen und Luxemburg erreichbar.

Durch den Ausbau des Eisenbahnnetzes gewann Pronsfeld einen wirtschaftlichen Aufschwung, erlitt aber auch gegen Ende des Zweiten Weltkrieges erhebliche Zerstörungen und Verluste. Bei Planung und Ausbau des Eisenbahnnetzes hatten militärische Überlegungen Priorität, es sollten schnell Truppen per Bahn verlegt werden können.

1907 war Pronsfeld mit der Inbetriebnahme der Bahnstrecke nach Waxweiler und Neuerburg zu einem wichtigen Knotenpunkt geworden. Vielen Menschen aus der Umgebung bot die Bahn einen zukunftssicheren Arbeitsplatz und ein geregeltes Einkommen. Pronsfeld erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Während des Ersten Weltkrieges rollten durch Pronsfeld ununterbrochen Nachschubzüge in Richtung Westfront. Ein zweites Gleis wurden angelegt und zwei Tunnelröhren gebaut. Nach Kriegsende wurde St. Vith an Belgien abgetreten und Bleialf wurde Zollstation für den Verkehr von St. Vith nach Pronsfeld. Das zweite Gleis musste abgebaut und eine Tunnelröhre geschlossen werden.

1936 wurde der Pronsfelder Bahnhof zu einem großen Umschlagplatz für Baumaterial, welches für den Bau der Höckerlinie, einer Panzersperre, am Westwall verwendet wurde.  Mit den Höckerlinien sollten Panzerangriffe auf Bunkerstellungen erschwert werden und man hoffte, dass sich der Gegner auf bestimmte Stellen konzentrieren würde, wo dann die eigene Abwehr mit Panzern und Abwehrwaffen eingreifen könnte. Die vielen Arbeiter, die für den Ausbau des Westwalls benötigt wurden, hausten in großen Barackenlagern.

1940 wurde nach Einmarsch der Wehrmacht in Belgien St. Vith wieder dem Deutschen Reich einverleibt. Der Bahnhof in Pronsfeld diente während des Zweiten Weltkrieges fast ausschließlich militärischen Zwecken und wurde als wichtiger Nachschubbahnhof gegen Kriegsende 1944/1945 bevorzugtes Ziel alliierter Luftangriffe, bei denen der Ort Pronsfeld zu 80 % zerstört wurde.

Nach Kriegsende und Beseitigung der Schäden wurde 1949 der Bahnverkehr nach Bleialf, 1950 nach Waxweiler und 1952 nach Neuerburg wieder aufgenommen. Eine Anbindung des Personenverkehrts an St. Vith, welches nach Kriegsende zu Belgien gehörte, erfolgte nicht mehr.

1965 wurden nach einer kurzen Blütezeit die Bahnstrecken für den Personenverkehr nach und nach stillgelegt. Stilllegungen: 1965 Strecken nach Bleialf und Waxweiler, 1969 Strecke nach Neuerburg und 1972 Strecke nach Prüm. Lediglich der Güterverkehr wurde aufrechterhalten. Die letzte Strecke des Güterverkehrs nach Prüm wurde 1994, 10 Jahre nach einem tragischen Schulbusunglück mit einer Diesellokomotive, aufgegeben.


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