Prüm, Deutschland


Prüm ist eine Stadt in der Westeifel und heute Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Prüm ist auch ein staatlich anerkannter Luftkurort.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die hier gelebt haben.

Chronik


720 - 1700

720 wurde Prüm wurde erstmals als Villa Prumia der Karolinger erwähnt.

721 gründeten Bertrada die Ältere und Charibert von Mürlenbach mit Mönchen aus dem Kloster Echternach auch in Prüm ein Kloster.

752 gründete König Pippin das Kloster mit Benediktinermönchen erneut.

799 erfolgte die Weihe der Klosterkirche St. Salvator durch Papst Leo III. in Anwesenheit Karls des Großen.

855 zog sich Kaiser Lothar nach Prüm zurück und starb dort sechs Tage später als Mönch.

Von 891 bis etwa 919 entstand in Prüm die bedeutendste Sammlung von Dokumenten aus der Zeit der Karolinger.

1016 verlieh Kaiser Heinrich II. Prüm das Markt- und Münzrecht.

1222 erhob Kaiser Friedrich II. die Abtei Prüm zum Fürstentum.

1307 wurde das Nikolaus-Hospital in der Stiftsstraße gegründet.

1576 wurde die Fürstliche Abtei Prüm in das kirchliche Kurfürstentum Trier eingegliedert.

1696 erfolgte der Bau der Kalvarienbergkapelle.

 

1700 - 1900

Ab 1721 erfolgte ein Neubau der Klosterkirche unter Kurfürst Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg und anderer Abteigebäude nach Plänen von Balthasar Neumann unter Kurfürst Franz Georg von Schönborn.

1769 wurden 214 von 294 Häusern bei einem Großbrand in Prüm zerstört.

1794 wurde die Abtei im Zuge der Französischen Revolution aufgelöst. In dem Jahr endete auch die Herrschaft des Trierer Kurfürstentums mit der Annexion des linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen.

1798 wurde Prüm zu einer Arrondissement- und Kantonsstadt im französischen Departement Saar und Sitz einer Unterpräfakur und gehörte damit zu Frankreich.

1802 wurden die Abtei und das Marienstift aufgelöst. Die Abteikirche wurde zur Pfarrkirche.

Als Ergebnis des Wiener Kongresses kam Prüm 1815 nach Preußen. Aus dem Arrondissement Prüm  wurde der Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier und  dieser gehörte ab 1822 zur preußischen Rheinprovinz. Die Stiftskirche des Marienstifts wurde 1822 abgerissen und die Hahnstraße auf ihrem Gelände errichtet.

1841 erschien die erste eigene Zeitung, das Prümer Intelligenzblatt. Durch königlichen Erlass wurde Prüm 1856 erneut der Titel "Stadt" verliehen.

1860 wurden beim Abbau des alten Hochaltars die Überreste von Kaiser Lothar gefunden.

1869 wurde das St.-Joseph-Krankenhaus gegründet.

Am 22. Dezember 1883 wurde die Eisenbahnstrecke von Prüm nach Gerolstein eröffnet. So wurde Prüm über die Westeifelbahn an das Schienennetz angeschlossen.

1887 wurde das bischöfliche Konvikt gegründet und gebaut.

1892 wurden die ersten privaten Wasserleitungen in Prüm gebaut. Im dem Jahr wurde auch der Bau der evangelischen Kirche abgeschlossen.

 

1900 - heute

1901 gab es in Prüm den ersten elektrischen Strom.

1908 wurde in Prüm die Kanalisation gebaut.

Nach dem Ersten Weltkrieg war Prüm, wie der Rest des Rheinlandes, von 1918 bis 1930 unter französischer Besatzung.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Prüm ab dem 16. September 1944 zum Ziel des amerikanischen Artilleriefeuers. Vor allem seit dem 23. Dezember haben die Bombenangriffe zugenommen (Ardennenoffensive). Die Stadt wurde zu 80 % zerstört, darunter auch das Klostergebäude. Der Wiederaufbau der Kirche wurde 1950 weitgehend abgeschlossen, der der Klostergebäude 1952.

Nach dem Krieg gehörte Prüm ab 1946 zum neu gegründeten Land Rheinland-Pfalz. In der neuen Verwaltungsstruktur war Prüm die Kreisstadt des flächen-, schul- und verwaltungsmäßig größten Landkreises Deutschlands.

Bei der Explosionskatastrophe in Prüm am 15. Juli 1949 brach in einem 1939 angelegten Tunnel unter dem Kalvarienberg ein Feuer aus und es explodierten rund 500 Tonnen Sprengstoff, die für die Sprengung von Bunkern der Westwand bestimmt waren. Die Explosion riss einen mehr als 20 Meter tiefen Krater in den Berg; Erd- und Steinbrocken wurden mehrere Kilometer weit geschleudert und beschädigten viele der nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebauten Häuser zum Teil schwer. Die 1696 erbaute Kalvarienbergkapelle wurde bei der Explosion ebenfalls zerstört. Aufgrund einer frühzeitigen Entscheidung zur Evakuierung der Stadt wurden relativ wenige Opfer (12 Tote und 15 Verletzte) gemeldet.

Im Zuge der Kreisreform 1971 wurde der Landkreis Prüm mit dem Landkreis Bitburg zum Landkreis Bitburg-Prüm zusammengeführt und die Behörden überwiegend nach Bitburg verlegt. Prüm wurde Sitz der Verbandsgemeinde Prüm.

Auf dem Kalvarienberg 1984 wurde das neue Krankenhaus St.-Josef eröffnet.

Das bischöfliche Konvikt wurde 2001 aufgelöst.

Im Jahr 2005 wurde der Prümer Vertrag zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der EU unterzeichnet. Auch der damalige deutsche Innenminister Otto Schily, dessen Vorfahren aus Prüm stammen, war anwesend.

2006 wurde in Prüm eine Bundespolizeiwache eingerichtet.