Prüm, Deutschland


Prüm ist eine Stadt in der Westeifel und heute Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Prüm ist auch ein staatlich anerkannter Luftkurort.

Zwischen1969 und 1974 wurden vier umliegende Gemeinden nach Prüm eingemeindet.

  • Niederprüm (1969)
  • Dausfeld (1971)
  • Weinsfeld (1973)
  • Steinmehlen (1974)

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesem Ort stammten.

Chronik


Jahr 700 bis 1000

720 erstmalige Erwähnung von Prüm als villa prumia der Karolinger erwähnt.

721 wurde durch Bertrada die Ältere und Charibert von Mürlenbach mit Mönchen aus dem Kloster Echternach ein Kloster in Prüm gegründet.

752 erfolgte eine erneute Gründung durch König Pippin mit Benediktinermönchen.

799 fand die Weihe der Klosterkirche St. Salvator durch Papst Leo III. im Beisein von Karl dem Großen statt.

855 zog sich Kaiser Lothar I. nach der Reichsteilung nach Prüm zurück und starb sechs Tage später als Mönch.

Zwischen 891–919 entstand in Prüm die bedeutendste Urkundensammlung aus der Karolingerzeit.


Jahr 1000 bis 1900

1016 verlieht Kaiser Heinrich II. Prüm das Markt- und Münzrecht.

1222 wurde die Abtei Prüm von Kaiser Friedrich II. zum Fürstentum erhoben.

1307 wurde das Nikolaus-Hospital in der Stiftsstraße gegründet.

1576 wurde die Abtei Prüm dem Kurfürstentum Trier einverleibt.

1696 wurde die Kalvarienbergkapelle erbaut.

Ab 1721 erfolgte ein Neubau der Klosterkirche unter Kurfürst Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg und anderer Abteigebäude nach Plänen von Balthasar Neumann unter Kurfürst Franz Georg von Schönborn.

1769 wurden bei einem großen Stadtbrand Prüm fast vollständig zerstört, 214 von 294 Häusern brannten ab.

1794 wurde die Abtei im Gefolge der Französischen Revolution aufgelöst. Die linksrheinische Herrschaft des Kurfürstentums Trier endete dadurch.

1798 wurde Prüm Arrondissements- und Kantonsort im französischen Département Saar und Sitz einer Unterpräfaktur und gehörte damit zu Frankreich.

1802 wurden die Abtei und das Marienstift aufgelöst. Die Abteikirche wurde zur Pfarrkirche.

1815 fiel Prüm als Folge des Wiener Kongresses an Preußen. Aus dem Arrondissement Prüm wurde der Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier und gehörte ab 1822 zur preußischen Rheinprovinz.

1822 wurde die Stiftskirche des Marienstifts 1822 abgerissen, und auf deren Grundstück entstand die Hahnstraße.

1841 erschien die erste Prümer Zeitung, das Prümer Intelligenzblatt.

1856 wurde Prüm durch königlichen Erlass Titel „Stadt“ verliehen.

1860 wurden beim Abbau des alten Hochaltares die Gebeine Kaiser Lothars I. gefunden.

1869 wurde das St.-Joseph-Hospital gegründet.

1883 wurde die Bahnstrecke nach Gerolstein eröffnet (22.12.1883). Damit war Prüm über die Westeifelbahn ans Eisenbahnnetz angeschlossen.

1887 wurde das Bischöfliche Konvikt gegründet.

1892 erfolgte der Bau der ersten privaten Wasserleitungen. Der Bau der evangelischen Kirche wurde 1892 fertiggestellt.


Seit 1900

1901 gab es den ersten elektrischen Strom in Prüm.

1908 erfolgte der Bau der Kanalisation.

1918 bis 1930 stand Prüm nach dem Ersten Weltkrieg unter französischer Besatzung.

1944 wurde Prüm während des Zweiten Weltkriegs ab dem 16. September 1944 Ziel von amerikanischem Artilleriebeschuss. Vor allem seit dem 23. Dezember nahmen die Bombenangriffe im Rahmen der Ardennenoffensive zu. Prüm wurde zu 80 % zerstört. Das ehemalige Abteigebäude wurde dabei auch stark beschädigt.

Seit 1946 nach dem Krieg gehört Prüm zum neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.

Am 15.07.1949 ereignete sich in Prüm die größte Nachkriegskatastrophe der Region. In einem 1939 angelegten Stollen unter dem Kalvarienberg in Prüm brach ein Feuer aus und rund 500 Tonnen Sprengstoff explodierten. Der dort während des Zweiten Weltkrieges gelagerte Sprengstoff war ursprünglich für Sprengung von Bunkern des Westwalls vorgesehen. Die Explosion riss einen über 20 Meter tiefen Krater in den Berg; Erd- und Steinbrocken wurden zum Teil mehrere Kilometer weit geschleudert und beschädigten viele der gerade erst wiederaufgebauten Häuser, zum Teil schwer. Auch die 1696 gebaute Kalvarienbergkapelle wurde zerstört. Da Prüm sehr schnell evakuiert wurde, gab es verhältnismäßig wenige Opfer, 15 Verletzte und 12 Tote, darunter auch Zömich Kättchen.

1950 war die Kirche wiederaufgebaut.

1952 waren die Abteigebäude fast vollständig wiederaufgebaut.

1971 wurde der Landkreis Prüm mit dem Landkreis Bitburg zum Landkreis Bitburg-Prüm zusammengelegt. Prüm wurde Sitz der Verbandsgemeinde Prüm.

1984 wurde das neue St.-Josef-Krankenhaus eröffnet.

2001 wurde das bischöfliche Konvikt aufgelöst.

2005 wurde der Prümer Vertrag zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der EU unterzeichnet. Mit dabei war auch der deutsche Innenminister Otto Schily, dessen Vorfahren aus Prüm stammen.

2006 wurde ein Bundespolizeirevier in Prüm eingerichtet.