Pünder Hedwig geb. Lentze, 1899, Berlin-Wilmersdorf


Hedwig Pünder geb. Lentze
Geboren am:

22.11.1899 in Berlin-Wilmersdorf

Gestorben am: 18.02.1986 in Ahrweiler 
Verheiratet mit: Werner Pünder
Kinder: 8
Geschwister: 4
Eltern: Dr. jur. Albrecht Lentze und Hanna Pünder geb. Mohn

Aus ihrem Leben

Hedwig Pünder wurde am 22.11.1899 älteste der fünf Kinder von Dr. jur. Albrecht Lentze, eines kaiserlichen Beamten im Auswärtigen Dienst, und Hanna Pünder geb. Mohn in Berlin-Wilmersdorf geboren.

Es prägten sie das gewissenhafte Pflichtgefühl und der spartanische Geist ihres Vaters aus dem katholischen Sauerland und die Güte und gläubige Religiosität ihrer frommen evangelischen Mutter, zu deren Ahnen Künstler gehörten, darunter der ihr besonders liebe Ludwig Richter. Der Verlust ihres einzigen Bruders im Ersten Weltkrieg war für sie ein nie vergessener Schmerz. 

Noch sehr jung heiratete sie Werner Pünder, den Anwalt und Reserveoffizier des Ersten Weltkrieges. Sie führte mit ihm eine über fünfzigjährige, ungewöhnlich harmonische Ehe, die von Schicksalsschlägen, aber auch von viel Freude gekennzeichnet war.

Acht Kindern schenkte sie das Leben. Sie war ihnen eine einzigartige Mutter. Drei ihrer Söhne sind ihr in den Tod vorausgegangen. Ihr Mann wurde zweimal von ihr gerissen, einmal durch die Gestapo und einmal durch über siebenjährige sowjetische Gefangenschaft. Beide Male ging es um Leben und Tod. In diesen Zeiten der Prüfung entfaltete sie Eigenschaften, die bis dahin in ihr geschlummert hatten, wie Unerschrockenheit, Umsicht und Entscheidungskraft, und scheute vor keiner Aufgabe und Arbeit zurück. 

In Endorf in Oberbayern schaffte sie damals ihren Lieben einen neuen Familienmittelpunkt. Nach der Entlassung ihres Mannes aus der Gefangenschaft stand sie ihm erneut zur Seite, als er sich - fast 70jahrig - in Frankfurt am Main eine neue Existenz aufbaute. Erst 1963, als auch die jüngsten Söhne versorgt waren, zog sie sich mit ihrem Mann nach Rheinbach zurück. Nach seinem Tod - sie war jetzt 74 Jahre alt - begann für sie ein neuer aktiver Lebensabschnitt. Eine ausgedehnte Korrespondenz verband sie mit vielen Menschen - weit über ihre Familie hinaus -, denen sie in Güte und Verständnis Stütze und liebevolle Begleiterin war. Als ihr Bedürfnis nach Ruhe zunahm, suchte sie sich im Altenheim Maria Josef in Ahrweiler die Heimat ihrer letzten Jahre. Auch dort fand sie noch neue Freunde und Aufgaben. Dem Geschehen in Kirche und Welt, mehr noch dem Gedeihen ihrer großen Familie mit Enkeln und Urenkeln, blieb sie bis zuletzt voll Anteilnahme verbunden. Die Aufgaben ihrer beiden jüngsten Söhne öffneten ihr Blick und Herz für die gesellschaftlichen und kirchlichen Probleme der Heimat und der Dritten Welt. In den letzten Jahren litt sie sehr unter einer erheblichen Sprachbehinderung und musste auf Lesen und Schreiben verzichten. Auch ihre Kräfte nahmen spürbar ab und schränkten ihren Lebensraum immer mehr ein. All dies hat sie geduldig und gläubig ertragen. Dankbar für alles, was ihr geschenkt und geblieben war. Was ihr Herz bewegte, konnte sie fast bis zuletzt durch Blicke und Gesten lebhaft zum Ausdruck bringen. So blieb sie für ihre Familie und viele Freunde liebevoller Mittelpunkt. In uns allen wird sie fortleben als Verkörperung von Güte, selbstloser Liebe, Tapferkeit, Demut und unerschütterlichem Glauben.

Hedwig Pünder starb am 18.02.1986 in Ahrweiler im Alter von 86 Jahren.


Gedenkseite 1282