Quarnbek, Deutschland


Quarnbek ist eine Gemeinde in Schleswig-Holstein. 

1928 wurden nach Quarnbek eingemeindet:

  • Dorotheenthal
  • Flemhude
  • Heitholm
  • Holm
  • Landwehr
  • Rajensdorf
  • Reimershof
  • Stampe
  • Strohbrück
  • Ziegelhof

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik


Die Geschichte Quarnbeks ist vor allem eine Gutsgeschichte, denn der heutige Ort entstand durch Zusammenlegung mehrerer Güter.

Zwischen 1270 und 1282 gibt es die ersten urkundlichen Erwähnungen von Stampe und Flemhude in einem Kieler Stadtbuch.

Um 1550 wurde in Quarnbeck eine Wasserburg vom Adelsgeschlecht der Rantzau errichtet. Auf dem errichteten Gut Quarnbeck waren die Bediensteten Leibeigene des Gutsherrn. Sie durften weder das Grundstück verlassen und benötigten auch für eine Hochzeit die Erlaubnis des Gutsherrn.

Durch die wachsende räumliche Ausdehnung der Güter zum Zwecke der Ertragssteigerung wurde die Bewirtschaftung der Ländereien immer arbeitsintensiver. Deshalb wurden vielerorts zusätzlich von Verwaltern bewirtschaftete Meierhöfe errichtet. Um 1670/80 gründete der damalige Quarnbeker Gutsherr Hans Henrich v. Kielmansegg die Meierhöfe Mettenhof und Dorotheental, auf denen ebenfalls Gutsuntergehörige arbeiteten. Die zunehmende Bedeutung der Milchviehhaltung führte außerdem zur Aufnahme von Glaubensflüchtlingen aus Holland als Experten der Milchwirtschaft, wie die Flemhuder Kirchenbücher belegen.(1)

Anfang des 18. Jahrhunderts gehörte Gut Quarnbek Jean Henri Desmercières, der vor allem durch seine Deichbauten bekannt wurde. Er ließ auch 1755 eine Schule am Ortsrand von Stampe errichten.

1777 bis 1784 wurde der Schleswig-Holsteinische Kanal gebaut, 1887 bis 1895 der größere Nord-Ostsee-Kanal. Dieser Kanal hatte eine Absenkung des Flemhuder Sees von mehr als sieben Metern zufolge, so dass die Flemhuder von da an nicht mehr auf den See blicken konnten.

1805 wurde per Gesetz die Leibeigenschaft abgeschafft.

Seit 1902 befindet sich das ehemalige adlige Gut Quarnbek in Besitz der Familie Milberg. 1903 ließ Oscar Alexander Milberg im hinteren Bereich des Gutshofes eine Jugendstilvilla als neues Herrenhaus erbauen und einen herrschaftlichen Park anlegen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieses Haus für viele Flüchtlinge die erste Bleibe in Quarnbek. Inzwischen gehört es nicht mehr zum Gutsbesitz. [1]

Als Oscar Alexander Milberg das Gut kaufte, gab es in Quarnbek bereits auch erste Eigentümer von Bauernland in Stampe und Rajensdorf. Melsdorf, Mettenhof und Fegefeuer waren bereits 1899 als selbständige Landgemeinde Melsdorf aus dem Gutsbezirk Quarnbek ausgegliedert worden. Seit 1867 war durch preußische Verordnung nicht mehr der Gutsdistrikt die Verwaltungseinheit, sondern der selbständige Gutsbezirk, in dem der Gutsbesitzer zwar nicht mehr der Herr über Gutsuntergehörige war, aber als Guts- und Amtsvorsteher weiterhin die untere Verwaltungsebene verkörperte. [1]

Nachdem auf der politischen Ebene viele Jahre äußerst kontrovers darüber diskutiert worden war, ob nicht auch den Bewohnern in den Gutsbezirken endlich kommunale Rechte und Pflichten zuzugestehen seien, wurden mit Wirkung zum 30. September 1928 die preußischen Gutsbezirke aufgelöst. Am 2. Dezember 1928 folgte auch in Quarnbek die erste Kommunalwahl und die Selbstverwaltung wurde institutionalisiert. [1]

2003 feierten Quarnbekerinnen und Quarnbeker ihre seit dem 1. Oktober 1928 bestehende kommunale Selbständigkeit, die sie im Vergleich zu anderen Städten und Gemeinden noch gar nicht lange besitzen. Hervorgehoben wurde dieses 75-jährige Jubiläum durch die Geschenke Wappen, Flagge und Gedenkstein, auf dem das denkwürdige Datum eingemeißelt ist. [1]