Ratingen, Deutschland


Ratingen ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen.

1975 wurden folgende bis dahin selbstständige Gemeinden in Ratingen eingemeindet:

  • Breitscheid
  • Eggerscheidt
  • Hösel
  • Homberg-Meiersberg
  • Schwarzbachtal (gehörte früher zu Gemeinde Hasselbeck-Schwarzbach, die 1974 aufgelöst wurde und deren ehemaliges Gebiet heute teils zu Ratingen und teils zu Düsseldorf gehört)

1930 wurde bereits die Gemeinde Eckamp in Ratingen eingeliedert.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie in Kürze Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik


Vermutlich gab es um 500. v. Chr. eine Siedlung in Ratingen, wie Funde von Gräber nahelegen. Die Siedlung lag an einem antiken Handelsweg zwischen Köln und Niederrhein. Auch gab es eine Verbindung zum Bergischen Land.

849 wurde Ratingen erstmals urkundlich erwähnt.

1276 erhielt Ratingen Stadtrechte. Nach Verleihung der Stadtrechte begann der Bau einer Stadtmauer.

In den folgenden Jahren erlebte Ratingen eine Blütezeit durch das Marktrecht, das Zunftrecht und das Münzrecht. Ratingen hatte auch ein Gericht, dem die Gerichte in Mettmann, Gerresheim und Düsseldorf untergeordnet waren. Durch die Zunft der Schmiede und Schleifer wurden in Ratingen Waffen, Messer, Scheren und andere Werkzeuge hergestellt. Diese Waren wurden auch im Ausland gehandelt.

1592 werden erstmals Juden in Ratingen urkundlich erwähnt.

1511 wurde Düsseldorf zur Residenz und damit endete in den Folgejahren der wirtschaftliche Aufschwung in Ratingen. Während einer Pest starben viele Menschen und 1641 wurde Ratingen während des Dreißigjährigen Krieges komplett zerstört. Während im 13. und 14. Jahrhundert um 1000 Menschen in Ratingen wohnten, waren es nach Pest und Zerstörung der Stadt nur noch etwa 100 Menschen. Ratingen war somit bedeutungslos.

1727 wurde die Ratinger Stadtpost eingerichtet.

1783 errichtete Johann Gottfried Brügelmann die erste Fabrik auf europäischem Festland, eine mechanische Baumwollspinnerei.

1815 fiel Ratingen aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses an Preußen.

1817 wurde eine jüdische Synagoge gebaut.

Ab 1850 entstand die Eisenindustrie aufgrund von Formsandfunden. Es folgten der Bau einer Papiermühle, Dachpfannenbrennereien und mehrere Kalkbrennereien. Der industrielle Aufschwung in Ratingen begann jedoch erst richtig mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz, denn nun siedelten sich zahlreiche weitere Betriebe in Ratingen an wie z.B. der Dampfkesselhersteller Dürr 1883 oder die Deutsche Lastautomobilfabrik AG (DAAG) 1910.

1933 wurden nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten Anhänger anderer Parteien verhaftet. In der Pogromnacht vom 09.11. auf den 10.11.1938 wurde der jüdische Friedhof verwüstet. Mitte 1943 wurde die Gestapo Düsseldorf, da sie in Düsseldorf ausgebombt wurde, in Ratingen untergebracht.

Am 17.04.1945 wurde Ratingen von alliierten Truppen kampflos eingenommen. Die Stadt war nach Kriegsende nur gering zerstört.