Recklinghausen, Deutschland


Recklinghausen ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen.

In Recklinghausen gibt es neben der Kernstadt 13 Stadtteile, teils alte Dörfer und neue Wohngebiete, die nach Recklinghausen eingegliedert wurden: 

Berghausen, Bockholt, Börste, Essel, Grullbad, Hillen, Hillerheide, Hochlar, Hochlarmark, König Ludwig, Röllinghausen, Speckhorn, Stuckenbusch, Süd, Suderwich.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie in Kürze Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik

800 bis Erster Weltkrieg


Das heutige Recklinghausen ist etwa um 800 aus einem Königshof der Karolinger entstanden

1017 wird Recklinghausen erstmals urkundlich erwähnt.

Mitte des 12. Jahrhunderts war die Stadt als Gerichts- und Verwaltungsbezirk, politischer und wirtschaftlicher Mittelpunkt und gehörte zum Kurfürstentum Köln.

1236 erhält Recklinghausen Stadtrechte. Später folgten das Münz- und Siegelrecht.

1256 gab es in Recklinghausen bereits ein Rathaus am Markt.

Im 13. Jahrhundert wurde die erste Stadtmauer erbaut, die aber im Auftrag von Graf Eberhard II., der um 1295 mit seinen Rittern die Stadt trotz Mauer eroberte, wieder abgerissen wurde.

1344 und 1363 wurde eine neue Stadtmauer errichtet.

Im 16. Jahrhundert litt Recklinghausen nicht nur unter den Konfessionskämpfe, sondern auch die Pest, Missernten, Getreideknappheit und Hungersnot machten der Bevölkerung zu schaffen.

104 Frauen und 23 Männer wurden zwischen 1514 und 1706 in den sogenannten Hexenprozessen hingerichtet.

1794 wurde Recklinghausen von französischen Revolutionstruppen besetzt.

1802 ging Recklinghausen vom Kurfürstentum Köln an das Herzogtum Arenberg über und 1811 zum Großherzogtum Berg.

1815 fiel Recklinghausen aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses an Preußen.

1842 entstand eine Landstraße von Bochum über Recklinghausen nach Münster.

Während die Bevölkerung Recklinghausens während der Konfessionskämpfe im 16. Jahrhundert fast mehrheitlich dem katholischen Glauben Treu blieben, wuchs nun auch die Zahl der Protestanten in der Stadt. 1846 wurde die Gustav-Adolf-Kirche als erste evangelische Kirche in Recklinghausen erbaut.

1864 bis 1869 wurde die erste Zeche errichtet.

1873 nahm das erste Bergwerk die Kohleförderung auf, in den Folgejahren kamen weitere Bergwerke hinzu. Als Folge des Kohleabbaus ließen sich immer mehr Unternehmen in Recklinghausen nieder.  

1871 wurde die Bahnstrecke Wanne-Münster-Bremen eröffnet, 1905 die Verbindung Hamm-Osterfeld. Damit war Recklinghausen an das Ruhrgebiet angeschlossen.

1895 begannen der Ausbau der Kanalisierung und der Gasversorgung.

1898 wurde der Personennahverkehr ausgebaut.

1908 wurde ein neues Rathaus erbaut.

1911 wird die evangelische Christuskirche errichtet.

1914 wurde eine Hafenanlage am Rhein-Herne-Kanal erbaut.

Bedingt durch den Bergbau und Ausbau einer Infrastruktur wuchs die Stadt von 1870 innerhalb von 40 Jahren um 45.000 Einwohner aus 50.000 Einwohner an. Ein Drittel der Zugewanderten stammte aus Polen.

 

Weimarer Republik bis heute


Nachdem nach der Novemberrevolution 1918 die Weimarer Republik gegründet wurde, versuchte am 13.03.1920 General Walther von Lüttwitz mit einem Putsch die Regierung zu stürzen. Der Putschversuch scheiterte nach 100 Stunden, hatte jedoch den größten Generalstreik der deutschen Geschichte zur Folge. In Wuppertal wurde der Ruhraufstand in Gang gesetzt, bei dem viele Menschen starben. Auch Recklinghausen war von dem Ruhrkampf betroffen.

1922 wurde das Vestische Museum eröffnet.

1923 bis 1925 war die Stadt von Belgien und Franzosen besetzt.

Die Weltwirtschaftskrise während der Zeit der Weimarer Republik führte auch in Recklinghausen zu einer hohen Arbeitslosigkeit und Verarmung der Bevölkerung.

1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Macht in Recklinghausen. Wie überall wurden auch hier Parteien und Gewerkschaften zerschlagen und zum Boykott gegen die jüdische Bevölkerung aufgerufen.

In der Pogromnacht vom 09.11. auf den 10.11.1938 wurde die jüdische Synagoge zerstört. Im Januar 1942 begann die Deportierung der Recklinghausener Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager.

Seit Ende 1944 war die Stadt regelmäßig Ziel von Angriffen der alliierten Luftwaffen.

Am 01.04.1945 wurde Recklinghausen von US-Truppen eingenommen und im Juni 1945 zur britischen Besatzungszone.

Im Gegensatz zu anderen Städten des Ruhrgebietes wurde Recklinghausen nur gering beschädigt.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Recklinghausen schnell zur Großstadt mit über 100.000 Einwohnern Ende 1949/Anfang 1950. Viele von den Polen vertriebene Menschen aus den früheren Ostgebieten wie Schlesien suchten in Recklinghausen eine neue Heimat.

Seit 1947 ist die Stadt Austragungsort der Ruhrfestspiele.

1948 eröffnet die Städtischen Kunsthalle.

1956 entsteht das Ikonenmuseum.

1992 wurde die Fachhochschule Gelsenkirchen gegründet.