Rheine, Deutschland


Rheine ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen.

1975 wurden die Gemeinden Elte, Mesum, Rheine links der Ems und Rheine rechts der Ems mit der Stadt Rheine zusammengeschlossen.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie in Kürze Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik


838 wurde ein fränkisches Königsgut in Rheine erstmals urkundlich erwähnt. Um dieses Königsgut entstanden Häuser und kleine Siedlungen. Das Königsgut ist noch heute erhalten und heißt seit 1437 Falkenhof, nach seinem Eigentümer von Valke.

853 wird Rheine erstmals urkundlich erwähnt. 1156 gilt Rheine als Bezirk mit festen dörflichen Strukturen.

1327 erhält Rheine die Stadtrechte. In den Folgejahren entstand das Amt Rheine, welches für seinen bischöflichen Landesherren Abgaben einzieht, Verwaltungsaufgaben ausübt und dessen Rechte wahrnimmt. Einen positiven Einfluss auf die Stadtentwicklung hat der Bau der hölzernen Emsbrücke, die urkundlich erstmals 1362 erwähnt wurde. Der Handelsverkehr konnte nun über die Brücke laufen und die Stadt erhielt von durchreisenden Kaufleuten Wegzoll fordern, da Brücke und Handelsstraße mitten in und durch Rheine führten. Es gab einen Bürgermeister und Rat in der Stadt und 1366 wurde als erste Gilde die Schneidergilde gegründet. Der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt führte um 1400 auch zum Bau St. Dionysius Stadtkirche, welcher 120 Jahre später fertiggestellt wurde.

1437 wird ein Kloster gegründet, welches 1463 fertiggestellt wird. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges wird das Kloster 1647 von schwedischen Truppen geplündert und in Brand gesetzt. Der Wiederaufbau dauerte bis 1662. 1803 wurde das Kloster aufgelöst.

Während des Spanisch-Niederländischer Krieges versuchten 1589 spanische Soldaten Rheine einzunehmen. Der Versuch misslang. Aus Rache raubten die Soldaten Vieh und alle Habe von den Bewohnern außerhalb der Stadtmauer und brannten anschließend die Häuser nieder. Erst 1598 konnten die spanischen Truppen Rheine einnehmen und fügten den Bewohnern schweren Schaden an Leib, Leben und Vermögen zu. Bis 1599 blieb die Stadt von Spaniern besetzt.

Kaum kam es zum Friedenschluss zwischen den Spaniern und Niederländern im Jahr 1609, brach 9 Jahre später im Jahr 1618 der Dreißigjährige Krieg aus.

1623 wird Rheine von Truppen des Grafen von Anholt belagert und eingenommen. 600 Soldaten wurden in Rheine einquartiert. Die Versorgung der Soldaten kostete viel Geld, die Bürger verarmten, litten Hunger und dann brach auch noch die Pest aus.

  • 1625 zogen 27 protestantische Familien aus Rheine, nachdem sie sich geweigert hatten wieder den katholischen Glauben anzunehmen. Rheine verlor damit auf einen Schlag die wohlhabendsten Familien und hatte bis Ende des 18. Jahrhunderts unter dem Verlust zu leiden.
  • 1633 wurde Rheine von hessischen Truppen besetzt. 1635 konnten bischöfliche Truppen die Stadt einnehmen. Angeblich waren die hessischen Soldaten von einer Hochzeitsfeier am Vorabend noch so betrunken, dass 300 hessische Soldaten leicht gefangen und 150 Soldaten ermordet werden konnten.
  • 1637 starben vieler Bewohner und auch Besatzer an der Pest.

Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1647 war Rheine fast vollständig zerstört. Da Rheine für den Wiederaufbau keine finanzielle Unterstützung vom Fürstbistum erhielt, war die Stadt auf sich alleine gestellt und benötigte mehr als 100 Jahre, um sich von den Kriegsfolgen zu erholen.

1659 wurde das Gymnasium Dionysianum von Franziskanern gegründet.

1759 vernichtete ein Großbrand den Falkenhof und 70 weitere Gebäude.

1803 wurde Rheine von französischen Revolutionstruppen besetzt und war von 1811 bis 1813 Teil des Französischen Kaiserreichs im Département Lippe.

1815 fiel Rheine aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses an Preußen und wurde der neuen Provinz Westfalen zugeordnet.

1844 wird in Rheine die erste mechanisch betriebenen Textilfabrik gebaut. In der Folge wird die Stadt zu einem bedeutenden Zentrum der Textilbranche.

1855 wird Rheine an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

1892 wurde mit dem Bau des Dortmund-Ems-Kanals begonnen, der 1899 fertiggestellt wurde.

1919 wurde in Rheine der einzige Rangierbahnhof des Münsterlandes eröffnet.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden 1939 alle jüdischen Bürger in zwei Häusern untergebracht und später deportiert – nur 12 von 71 überlebten.

Am 02.04.1945 wurde Rheine von britischen Truppen eingenommen. Die Stadt war nach Kriegsende zu etwa ein Viertel zerstört.

1978 explodierte ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg in der Innenstadt. Dabei starben 2 Menschen und 16 wurden verletzt.

2002 feierte Rheine das 675-jährige Jubiläum der Verleihung des Stadtrechts.