Rheinhold Otto, 1855, Oberlahnstein


Geboren am:

14.03.1855 in Oberlahnstein

Gestorben am: 16.08.1937 in Hannover
Verheiratet mit: Elise Rheinhold geb. Daniel
Kinder: Paul und Walter
Geschwister: Sartorius, Wolfgang Hugo, Ida und Rudolf (Halbbruder)
Eltern: Seligman Rheinhold und Josephine Rheinhold

Aus seinem Leben

Otto Rheinhold wurde am 14.03.1855 als Sohn der Eheleute Seligman Rheinhold und Josephine Rheinhold in Oberlahnstein (heute Lahnstein) geboren.

Nach seiner Ausbildung zum Handlungsgehilfen ließ er sich 1874 mit seinem älteren Bruder Sartorius in Celle nieder, wo die beiden die vor Ort stationierten Militäreinheiten belieferten. In Celle lernte er auch seine 10 Jahre jüngere Frau Elise kennen, die er am 07.02.1886 heiratete. Aus dieser Ehe stammen die Söhne Paul und Walter.

1887 gründete er mit seinem Bruder das Bergbauunternehmen Vereinigte Kieselgur- und Korksteingesellschaft mit dem auch Kieselgur abgebaut werden sollte. Aus Kieselgur entwickelten die Brüder Isoliermaterialien für die Maschinenindustrie und stiegen schnell zu einem bedeutenden Unternehmen der Produktion von Wärme- und Kälteschutzmaterial auf.

1895 zog Otto mit seiner Familie von Celle in die Arnswaldtstraße nach Hannover. Später zog die Familie in die Erwinstraße in Hannover um. Mit seinem Bruder beteiligte er sich dort an der Gründung einer Bohr-Gesellschaft, aus dem 1900 das erste deutsche Ölunternehmen, die Hannoversch-Westfälischen Erdölwerke, hervorgingen. Beruflich blieben die beiden Brüder weiterhin auch in Celle geschäftlich aktiv und unterhielten dort Geschäftsräume.

1905 beteiligten sich die beiden Brüder an dem Kaliwerk Prinz Adalbert. Als sehr sozial engagierter Mensch ließ er zusammen mit seinem Bruder 1908 ein Erholungsheim in Winsen für die Kinder der Arbeiter des Kaliwerks errichten. 1907 hatte er bereits den Hannoverschen Asylverein für Obdachlose ins Leben gerufen.

1910 wurde er zum Förderer und Vorsitzender des Vereins gegen Hausbettelei und Obdachlosigkeit.

1914 war er Mitbegründer des Hilfsvereins für stellenlose Kaufleute und sonstige Schreibkundige.

Am 10.08.1914 fiel sein ältester Sohn Paul während des Ersten Weltkrieges bei Kämpfen in Frankreich. Während des Krieges stellte die Familie ihr Ferienheim in Winsen als Lazarett zur Verfügung, spendete Gelder an die hannoversche städtische Kriegsfürsorge und das Rote Kreuz. Zudem unterstützten seine Firmen Familien, deren Angehörige zu Kriegsdiensten eingezogen wurden, freiwillig finanziell.

Aufgrund seiner vielen wohltätigen Taten sollte er 1918 mit dem Titel des Kommerzienrates geehrt werden. Wegen des baldigen Endes der kaiserlichen Monarchie, fand die Verleihung dieses Titels jedoch nicht mehr statt.

Nach Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde Otto Rheinhold seiner Firmen und Positionen enteignet und gedemütigt, obwohl er und seine Frau Elise aus dem Judentum ausgeschieden waren.

Otto Rheinhold starb am 16.08.1937 im Alter von 82 Jahren in Hannover.


Gedenkseite 2071