Schlegtendal Maria geb. Trimborn, 1896, Köln


Geboren am:

29.08.1896 in Köln

Gestorben am: 11.02.1994
Verheiratet mit: Theo Knipper in 1. Ehe

Siegfried Schlegtendal in 2. Ehe
Kinder: Wolfgang Knipper aus 1. Ehe

Detlev (gefallen 1943) und Knud aus 2. Ehe
Geschwister: 5 Schwestern und 1 Bruder
Eltern: Balduin Trimborn und Isabella Trimborn geb. Daniels

Nicht von uns – nur vor uns!

Maria Trimborn wurde als jüngstes von 7 Kindern des Justizrats Balduin Trimborn und seiner Frau Isabella geb. Daniels am 29.08.1896 in Köln geboren.

Ihr Vater war ein bekannter Anwalt beim Oberlandesgericht und spezialisiert auf gewerblichen Rechtsschutz (Kölnisch-Wasser-Prozesse) und seiner Vaterstadt verpflichtet (Reformierung des Karnevals, Mitarbeit beim "Wörterbuch der Kölner Mundart" von Fritz Hönig). Ihr Onkel Carl Trimborn, ein Bruder ihres Vaters, war Reichstagsabgeordneter und Führer der rheinischen Zentrumspartei. 

Die Jugend von Maria Trimborn war nicht unbeschwert, zeichnete sich doch aus rheinischer Sicht die bevorstehende Weltkatastrophe als Folge des Wilhelminismus ab. So wurde neben Französisch als Familiensprache auch Wert auf eine gute Schulbildung gelegt: Maria Trimborn besuchte den Mädchenzweig eines Kölner humanistischen Gymnasiums für Jungen mit Abitur in Latein und Griechisch. Höhepunkte ihrer Jugend waren die Ferienaufenthalte im Eifeldörfchen Krälingen, wo der Vater sich ein Jagdhaus erbaut hatte, das bis zum Verkauf im Jahr 1976 Mittelpunkt der großen Familie blieb. Ihre Berufspläne, Mitarbeiterin in der väterlichen Kanzlei zu werden, machte der Erste Weltkrieg zunichte: sie wurde DRK-Hilfsschwester in Kölner Lazaretten.

Unter dem Eindruck der sterbenden Soldaten kam es zu ihrer ersten Ehe mit dem Mediziner Theo Knipper. Ihr erster Sohn wurde 1920 geboren, der spätere Prof. Dr. med. Wolfgang Knipper (Hamburg) aus dessen Ehe ihre vier Enkelkinder stammen und als deren Nachkommen die neun Urenkel. Ihr zweiter Sohn Detlev wurde 1924 schon in ihrer zweiten Ehe mit dem späteren Regierungsdirektor Siegfried Schlegtendal geboren. Dieser Sohn fiel mit 19 Jahren als Gebirgsjäger 1943 in Russland. Der dritte Sohn Knud kam 1930 zu Welt und lebte als Bibliothekar in Berlin. Das Leben von Maria Schlegtendal war recht entbehrungsreich. Nach dem Ersten Weltkrieg die Hungerjahre: Ausbildungszeit ihres ersten Mannes, dann die Zeit der Arbeitslosigkeit mit ihrem zweiten Mann in Berlin bis eine kleine Anstellung in Hannover-Münden, später in Hildesheim, dann 1935 eine bessere in Hannover gefunden wurde. 

Die Emigration von 2 Schwestern, die mit Juden verheiratet waren, belastete sie stark, wie auch das "Dritte Reich" überhaupt. Ihr zweiter Mann Siegfried Schlegtendal wurde noch 1942 seines Amtes enthoben und 1945 von der britischen Militärregierung sofort wiedereingesetzt. Der Kriegstod ihres Sohnes Detlev hat Maria Schlegtendal sehr betrübt, die Ausbombung in Hannover und Verletzungen im Luftschutzkeller hatten sie arg mitgenommen. Der frühe Tod ihres zweiten Ehemannes im Jahr 1953 hat sie über 40 Jahre als Witwe leben lassen. Mehrere Krankheiten setzten ihr sehr zu. Sie konnte aber noch bis zu einem halben Jahr vor ihrem Tod selbständig in ihrer Wohnung in Hannover - zuletzt betreut vom Sozialdienst – leben.

Trost in ihrem Leben waren ihre vielen geistigen Interessen, die Erkenntnisse ihres klugen Denkens, eine schlichte Frömmigkeit und die Kontakte zu ihren zahlreichen Verwandten. 

Maria Schlegtendal starb am 11.02.1994 in Hannover im Alter von 97 Jahren friedlich in einem Stift. Sie wurde auf dem „Alten Friedhof“ in Duisburg im Familiengrab der Familie Schlegtendal bestattet. 


Gedenkseite 1391