Sinn Edmund Dr. jur., 1902, Aachen


Geboren am:

21.12.1902 in Aachen

Gestorben am: 26.03.1978
Verheiratet mit: Anneliesel Sinn geb. Hertel 
Kinder: 6
Geschwister: 3
Eltern: Josef Sinn und Wilhelmine Sinn geb. Blaise 

Aus seinem Leben

Edmund Sinn wurde am 21.12.1902 als viertes Kind der Eheleute Josef Sinn und Wilhelmine geb. Blaise in Aachen geboren. Seine frohe Kindheit war überschattet vom Ersten Weltkrieg und dem Soldatentod seines älteren Bruders.

In Aachen, München und Berlin studierte er Volkswirtschaft und Recht und promovierte in Köln 1925 zum Doktor der Rechtswissenschaften. Er vervollständigte seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann und übernahm 1929 das elterliche Geschäft als alleiniger Inhaber, das er mit großem Erfolg führte. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg folgten harte Jahre der Aufbauarbeit, bis er 1957 im Interesse des Weiteren Wachstums den Betrieb an den Sinn-Konzern verkaufte. An dieser Gesellschaft war er seit Jahrzehnten beteiligt und seit 1932 ihr Aufsichtsratsmitglied. 

Ab 1970 übernahm er den Vorsitz bis zu seinem Tode. Angeregt durch sein weltoffenes Elternhaus und die Interessen seines Vaters formte er während seiner Ausbildungszeit die unbeirrbaren politischen Maximen seines Lebens. Seine politische Tätigkeit begann 1928 in Aachen und führte 1933 zu seiner Wahl in den Stadtrat. Aufgrund seiner Einstellung gegen die Nationalsozialisten musste dieses aktive Mandat bereits nach 3 Monaten enden. In den Jahren politischer Enthaltsamkeit widmete er sich kirchlich-caritativen Aufgaben. So begann seine über 30-jährige Tätigkeit im Verwaltungsrat des Päpstlichen Werkes der Glaubensverbreitung, im Kuratorium des Instituts vom Guten Hirten und im Vorstand des Karlsvereins. 1958 wurde sein Wirken durch die Ernennung zum Ritter des Päpstlichen Sylvesterordens geehrt. 

Schwere Krankheit in den Nachkriegsjahren erlaubte ihm erst 1952 wieder die Übernahme politischer Aufgaben. Er wurde erneut in die Industrie- und Handelskammer und als Ratsherr in den Stadtrat gewählt. Er war 4 Jahre lang Fraktionsvorsitzender der CDU und gleichzeitig 8 Jahre Mitglied der Landschaftsversammlung des Rheinlands. 

1961 zog er für 8 Jahre als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag ein. Diese Tätigkeit fand 1969 ihre Würdigung in der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes I. Klasse. Für seinen über 25-jährigen Einsatz in der Industrie- und Handelskammer, davon 10 Jahre als Vizepräsident, verlieh ihm 1977 die Kammer die goldene Ehrenplakette, und die Vollversammlung wählte ihn zum Ehrenmitglied. Auf seinen Lebensweg stand über allem ein seltenes Familienglück. 

Er verband sich am 20.04.1927 mit Anneliesel Hertel zu einer glücklichen Ehe, die über 50 Jahre durch Liebe und herzliche Eintracht beispielhaft war. Es erfüllte ihn mit Stolz und Freude, dass seine 6 Kinder, 8 Schwiegerkinder und die 17 Enkel mit ihren Eltern und Großeltern sowie untereinander in Harmonie verbunden sind. 

Dieses Bewusstsein stärkte ihn, sich in schweres Leid zu fügen: das frühe Sterben seines Enkels Andreas und der plötzliche Tod seines Schwiegersohnes Georg. 

Für die vielen, die ihm begegnet sind, war er ein lebhafter Gesprächspartner und beeindruckte immer wieder durch die Fülle seines Wissens, die Eigenständigkeit und Konsequenz seiner Gedanken. Sein Sinn für Humor und die Gabe, anderen davon mitzuteilen, waren für alle eine Freude. 

Dr. jur. Edmund Sinn starb am 26.03.1978 im Alter von 75 Jahren.


Gedenkseite 1277