Spital Hermann Josef, 1925, Münster


Geboren am:

31.12.1925 in Münster

Gestorben am: 10.01.2007 in Münster
Verheiratet: nein
Kinder: nicht bekannt
Geschwister: 6
Eltern: nicht bekannt

Aus seinem Leben

Hermann Josef Spital wurde am 31.12.1925 als zweites von sieben Kindern in Münster geboren.

1943 wurde er zum Arbeitsdienst eingezogen, wo er bei Aufräumungsarbeiten eine Verletzung erlitt.

Nach seinem Abitur 1944 war sein Berufswunsch der des Maschinenbau-Ingenieurs.

1946 schrieb er sich zunächst für Medizin ein. Ein Jahr später wechselte er jedoch zu den Fächern Philosophie und Theologie, die er an den Hochschulen in Münster und Freiburg/Schweiz studierte.

Am 06.08.1952 wurde er von Bischof Michael Keller zum Priester geweiht.

Er begann als Kaplan in Waltrop, später in Emmerich, war dann Sekretär des Bischofs Michael Keller und ab 1959 Subregens im Priesterseminar. 1965 promovierte er mit der Dissertation „Der Taufritus in den ersten gedruckten Ritualen bis zur Einführung des Rituale Romanum“. Von 1966 bis 1969 war er Pfarrer von Dülmen und Dechant des dortigen Dekanates. 1969 wurde er zum Seelsorgeamtsleiter im Bischöflichen Generalvikariat Münster ernannt. 1973 berief ihn Bischof Heinrich Tenhumberg zu seinem Generalvikar im Bistum Münster. Am 15.10.1980 bestellte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Abbir Germaniciana und Weihbischof in Münster. Am 14.12.1980 wurde er von Bischof Reinhard Lettmann zum Bischof geweiht. Er war als Regionalbischof für Münster und das östliche Münsterland zuständig.

Am 24.02.1981 ernannte ihn Johannes Paul II. als Nachfolger von Bernhard Stein zum 101. Bischof von Trier. Von 1981 bis 2001 war er Erster Vorsitzender des „Deutschen Liturgischen Instituts“ in Trier. 1983 gründete er in Trier die „Aktion Arbeit“. Dabei handelt es sich dabei um einen Solidaritätsfonds für Arbeitslose, der bis heute besteht.

In der Deutschen Bischofskonferenz übernahm Spital zunächst den Vorsitz der Liturgiekommission, ab 1989 den der Publizistischen Kommission. Er wurde als Mitglied in den päpstlichen Rat für die sozialen Kommunikationsmittel berufen. Von 1989 bis 2001 war er Präsident der deutschen Sektion der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi. 1995 wurde ihm von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar die theologische Ehrendoktorwürde verliehen.

Ein Höhepunkt seiner Trierer Amtszeit war die Heilig-Rock-Wallfahrt 1996, zu der mehr als 700.000 Pilger aus dem Bistum und aller Welt nach Trier kamen.

Spital war das soziale Engagement der Kirche wichtig. Um karitative Einrichtungen langfristig zu sichern, gründete er 1987 die Caritas Trägergesellschaft Trier. In den 1990er Jahren jedoch wurde der ihm direkt untergebene Vorstandsvorsitzende dieser Gesellschaft der Untreue überführt. Es kam zum Skandal, der so genannten Doerfert-Affäre, um den Manager Hans-Joachim Doerfert. Spital wurden Versäumnisse vorgeworfen. Spital selbst bezeichnete die Geschehnisse um Doerfert später als eine „tiefe menschliche Enttäuschung“.

Im Alter von 75 Jahren trat er gemäß den Konventionen über die Altersgrenzen von Amtsträgern der katholischen Kirche von seinem Amt als Bischof zurück. Papst Johannes Paul II. nahm am 15. Januar 2001 sein Rücktrittsgesuch als Diözesanbischof an. Nachfolger wurde Reinhard Marx. Anfang 2006 feierte er im Trierer Dom das Silberne Bischofsjubiläum und seinen 80. Geburtstag.

2006 kehrte er aus gesundheitlichen Gründen in seine Heimatstadt Münster zurück, um seinen Lebensabend in der Nähe seiner Familie zu verbringen. Er lebte zuletzt in der Friedrichsburg, wo er gepflegt wurde.

Hermann Josef Spital starb am 10.01.2007 in Münster im Alter von 81 Jahren.


Gedenkseite 866