Stein Edith, 1891, Breslau


Geboren am:

12.10.1891 in Breslau

Gestorben am: 09.08.1942 im Konzentrationslager Ausschwitz
Verheiratet: nein
Kinder: keine
Geschwister: 10 (4 bereits vor Ediths Geburt verstorben), darunter Else Gordon
Eltern:

Siegfried Stein und Auguste Stein geb. Courant

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Passfoto Edith Stein um 1938 - Bild gemeinfrei
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Edith Stein um 1920 - Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon, Bild gemeinfrei

„Wir sind auf der Welt, um der Menschheit zu dienen“

„Ich wusste von den ersten Lebensjahren an, dass es viel wichtiger sei, gut zu sein als klug“, so schreibt Edith Stein, die - am 12.10.1891 in Breslau als Jüngste einer kinderreichen jüdischen Familie geboren – von Kind an durch ihre Begabung auffällt. Ihren religiösen Glauben gibt sie mit 14 Jahren auf. Abitur, Staatsexamen und Doktorarbeit bringen ihr Höchstprädikate ein. Zur Habilitation wurde sie trotz mehrerer Versuche an den Universitäten Göttingen, Breslau und Freiburg im Breisgau nicht zugelassen, weil sie eine Frau war.

„Wir sind auf der Welt, um der Menschheit zu dienen“, lautet ihr Lebensentwurf. Anteilnahme am politischen Geschehen, soziales Verantwortungsbewusstsein und Gefühl für die Solidarität der Menschheit zeichnen sie aus. Die Phänomenologie ihrer Lehrers Edmund Husserl weckt ihren Sinn für das Transzendente. Begegnung mit gläubigen Menschen, schmerzliche Lebenserfahrungen und die Lektüre der Schriften Teresas v. Avila bringen die Welt des Glaubens in Sicht. Am 01.01.1922 wird Edith Stein durch die Taufe in die katholische Kirche aufgenommen.

Jahre hindurch lebt Edith Stein als moderne berufstätige Frau. Ihre philosophischen Leistungen, ihre Tätigkeit als Schriftstellerin und Übersetzerin, als Seminarlehrerin in Speyer und als Dozentin in Münster weisen sie als eigenständige Denkerin und gläubige Christin aus. Ihre ausgedehnte Rednertätigkeit gilt dem Anliegen der christlichen Frauenbildung.

Das Jahr 1933 macht ihr, der „Jüdin“, weiteres Wirken unmöglich. Am 14.10.1933 tritt Edith Stein in den Kölner Karmel ein, was sie schon lange vorhatte, und legt am 21.04.1938 als Schwester Teresia Benedicta v. Kreuz die Ewigen Gelübde ab. Mehr und mehr sammelt sich ihr eigentliches Leben nach innen. „Wer in den Karmel geht“, sagt sie, „ist für die Seinen nicht verloren; denn es unser Beruf, für alle vor Gott zu stehen.“

Nach Echt in den Niederlanden übergesiedelt, holt sie am 02.08.1942 die Verfolgung ein. Mit ihrer Schwester Rosa und vielen Judenchristen wird sie in ein Sammellager gebracht; es war ein Vergeltungsschlag für das Protestschreiben der Bischöfe gegen die Pogrome und Deportationen.

Edith Stein hat am 09.08.1942 in Ausschwitz den Tod gefunden. Papst Johannes Paul II. hat sie am 01.05.1987 selig und am 11.10.1998 heilig gesprochen.

In ihrem Werk „Kreuzeswissenschaft“ hat Edith Stein geschrieben: „Der Mensch ist dazu berufen, in seinem Innersten zu leben; nur von hier aus ist die rechte Auseinandersetzung mit der Welt möglich“: ein Vermächtnis für uns alle.

Edith Stein war die jüngste Tochter des Holzhändlers Siegfried Stein, der starb, als sie etwa ein Jahr als war. Von ihren 10 Geschwistern waren 4 bereits verstorben. Ihre Mutter Auguste Stein geb. Courant führte den Holzhandel ihres verstorbenen Mannes alleine weiter und ermöglichte ihren Kindern eine gute Ausbildung.


Gedenkseite 1831