Strauf Hildegard geb. Helf, 1909, Essen


Geboren am:

21.06.1909 in Essen

Gestorben am: 25.09.1969 
Verheiratet mit: Hubert Strauf
Kinder: 1 Sohn geboren 02.02.1937 , 1 Tochter geboren 1938 und 1 Sohn geboren am 27.06.1946 
Geschwister: 3
Eltern: nicht bekannt

In Gedenken

Die glückliche Kindheit in der Gemeinschaft mit ihren 3 Geschwistern, umhegt von liebevollen Eltern, die Schuljahre in dem ehrwürdigen Lyzeum BMV ihrer Heimatstadt Essen, eine Jugendzeit mit reger Anteilnahme an dem bewegten Zeitgeschehen und am musischen Leben hatten das Wesen von Hildegard Helf geprägt, als sie sich entschloss, einen Sozialberuf zu ergreifen. Nach Abschluss der theoretischen Ausbildung praktizierte sie zuerst als Kindergärtnerin. Selbstlos und couragiert, wie sie war, übernahm sie bald darauf als Jugendleiterin die Betreuung schulpflichtiger Jungen in den städtischen Quartieren für obdachlose Familien, eine Aufgabe, die viel verlangte, nicht nur Liebe zum Beruf, sondern auch persönliche Opfer und Entsagung. 

1934 verheiratete sie sich mit Hubert Strauf, dem sie als treue Gefährtin in den ersten Jahren seiner Selbständigkeit und der politischen Bedrängnis tapfer zur Seite stand. 

In die große Freude über die Geburt eines Stammhalters am 02.02.1937 warf schon das unheimliche Leiden seine ersten Schatten. Als nach der Geburt der Tochter am Ende des Jahres 1938 eine erhoffte Wandlung ausblieb, erfuhr sie die schmerzliche Gewissheit, dass sie mit dieser unheimlichen Nervenerkrankung zu leben haben würde. Aber Hildegard Strauf klagte nicht und verzagte nicht. Kein Opfer, keine Mühe waren ihr zuviel. Mit unglaublicher Geduld und nicht zu beugender Willenskraft unterzog sie sich allem, was nur eine Spur von Hoffnung ließ. Sechs Kriegsjahre und drei harte Nachkriegsjahre musste sie ohne ihrem im Felde stehenden Mann das meiste der Sorgen für sich und für die Kinder allein tragen, während sich ihr Leiden unter der Belastung der Kriegsnöte zusehends verschlimmerte. Dennoch war sie strahlend glücklich, mit ihren Kindern überlebt zu haben und ihren Mann heimkehren zu sehen, dem sie am 27.06.1946 noch einen Sohn schenkte. Die stille Hoffnung, die Geburt könne doch eine Wende im Verlauf ihrer Krankheit bringen, gab ihr neuen Lebensmut. Aber ihr Gebet und die Erwartungen der Ärzte erfüllten sich nicht. Der jüngste Sohn wuchs wie die anderen beiden Kinder heran. In der Liebe und Sorge um die Kinder überwand sie die heftigen Schmerzen und ertrug alle Entsagungen in geradezu heiligmäßiger Geduld. Mehr als zwei Jahrzehnte hindurch, die ihr noch auferlegt waren zu leiden, blieb sie, bis ans Ende, der geistige Mittelpunkt und die bewegende Kraft der Familie.

Still, wie Hildegard Strauf gelebt und gelitten hat, ist sie am 25.09.1969 im Alter von 59 Jahren heimgegangen in den ewigen Frieden. 


Gedenkseite 1601