Strunk Franziskus D., 1844, Gelsenkirchen


Geboren am:

19.03.1844 in Gelsenkirchen

Gestorben am: 08.04.1922 in der Abtei Notre-Dame d’Oelenberg
Verheiratet: nein
Kinder: keine
Geschwister: nicht bekannt
Eltern: nicht bekannt

Abt von Notre-Dame d’Oelenberg

Franziskus Strunk wurde am 19.03.1844 in Gelsenkirchen geboren und besuchte das Gymnasium in Paderborn. Anschließend widmete er sich dem Studium der Theologie an der Universität in Innsbruck und am Priesterseminar in Mainz. 1866 trat er dem Kapuzinerorden bei und wurde am 14.04.1868 in Mainz zum Priester geweiht. Als junger Ordenspriester und als Vorgesetzter entfaltete er eine segensreiche Tätigkeit in Mainz und Krefeld, bis der Kulturkampf ihn und seine Mitbrüder aus dem Kloster und dem Vaterland trieb.

Auf Befehl seiner Obern begab er sich nach Amerika, wo er zur Zufriedenheit aller das Amt eines Guardians verwaltete und als besorgter treuer Priester unter der dortigen Bevölkerung segensreich arbeitete. Die vielseitige Tätigkeit nach außen entsprach nicht seiner Wunschvorstellung von einem innigen Verzehr mit Gott in einem beschaulichen Orden.

Am 05.08.1882 trat er in das Trappistenkloster Notre-Dame d’Oelenberg, in der heutigen Gemeinde Reiningue in Frankreich ein, wo er am 21.09.1884 seine Gelübde ablegte. Bald darauf wurde er Beichtvater der Trappistinnen.

Als im Jahre 1887 die Rückkehr der 1875 aus Mariawald vertriebenen Ordensleute wieder gestattet wurde, bestimmte der Hochwürdige Abt Dr. Andreas von Oelenberg ihn zum Titularprior von Mariawald. Alle seine Kräfte setzte der Prior nun ein, um das Kloster nach innen und außen auszubauen. Im Herbst 1889 wurde er zum Abt von Notre-Dame d’Oelenberg gewählt und empfing die Abtweihe am 28.10.1889 im Dom zu Köln. Es folgten 23 Jahre, in denen die unermüdliche Tätigkeit des Abtes Franziskus nicht nur der Abtei Notre-Dame d’Oelenberg, sondern auch dem ganzen Orden zum Segen gereichte. Er gründete die Arbeiterkolonie Maria Veen in Westfalen, den Trappistinnen von Notre-Dame d’Oelenberg erbaute er ein neues Heim in Altbronn im Elsaß. Infolge seiner Bemühungen wurde das Zisterzienserinnenkloster Fille-Dieu in der Schweiz dem Orden angegliedert. Mehrmals wurde er vom Generalkapitel beauftragt, die außerordentliche Situation in Mariannhill in Afrika und in den Klöstern Amerikas vorzunehmen. Unter seiner Regierung wurde Mariawald, dessen Pater Immedatius Abt Franziskus war, im Jahr 1909 zur Abtei erhoben. Sein größtes Werk jedoch war die Restaurierung der Abtei Notre-Dame d’Oelenberg, die im Jahr 1902 durch die Einweihung der prächtigen Abteikirche gekrönt wurde.

Die rastlose, vielseitige Tätigkeit hatte die Kräfte des Abtes aufgerieben und auf dem Generalkapitel des Jahres 1911 bat er, man möge die schwere Bürde jüngeren Schultern anvertrauen. Am 01.01.1912 legte er sein Amt nieder. Seitdem lebte er still und zurückgezogen in Mariawald.

„Nescire et nesciri“ war nunmehr sein Wahlspruch. Obwohl er körperlich schwach war, hörte er nicht auf, Gutes zu tun. Das schöne Beispiel des greisen Abtes, der jeden Morgen, Winter wie Sommer, um 2 Uhr sich pünktlich im Chore einfand und an allen gemeinschaftlichen Übungen teilnahm, sowie sein treues Festhalten am alten guten Geist des Ordens, war ein Segen für die ganze Klostergemeinde.

Großen Schmerz verursachte ihm die Zerstörung der Abtei Notre-Dame d’Oelenberg durch französische Granaten während des Ersten Weltkrieges, doch er ertrug auch diese Prüfung. Für ihn war es jedoch ein Trost, dass die aus Notre-Dame d’Oelenberg vertriebenen Ordensmitglieder ein neues Heim in der ehemaligen Benediktinerabtei Kloster Banz in Bayern fanden, und dass mit dem Wiederaufbau der Abtei Notre-Dame d’Oelenberg begonnen wurde. Am 21.09.1917 feierte er das 50-jährige Jubiläum seiner Ordensprofess und am 14.04.1918 sein Goldenes Priesterjubiläum. Beide Jubiläen wurden aufgrund des Ersten Weltkrieges in aller Stille gefeiert, doch die zahlreichen Glückwunschschreiben bewiesen, welch großer Verehrung er sich erwies.

Abt Franziskus war eine musterhafter Ordensmann, ein Priester ausgestattet mit vortrefflichen Geistesgaben und reichen Kenntnissen, der Milde mit Strenge zu paaren wusste, um den wahren Ordensgeist im Kloster zu festigen. Das wissenschaftliche Leben förderte er besonders dadurch, dass er den jüngeren Religiösen eine gediegene theologische. Er war ein eifriger Verehrer des Herzen Jesu und empfahl bei jeder Gelegenheit tiefe Andacht.

Abt Franziskus starb am 08.04.1922 sanft im Alter von 78 Jahren in der Abtei Notre-Dame d’Oelenberg.



Gedenkseite 1808