Tobisch-Labotýn Charlotte, 1926, Wien


Geboren:

28.03.1926 in Wien

Gestorben:

19.10.2019 in Baden

Eltern:

Karl Tobisch-Labotýn  und  Nora Anna Josefine Maria Krassl von Traissenegg

Kinder: keine

 

Aus ihrem Leben

Charlotte Tobisch-Labotýn (später Lotte Tobisch) wurde am 28. März 1926 in Wien als Tochter des Architekten Karl Tobisch-Labotýn (1897-1977) und seiner Frau Nora Anna Josefine Maria Krassl von Traissenegg (1906-2002) geboren. Ursprünglich war ihre Familie eine Adelsfamilie. Ihr Großvater Karl Anton Josef Tobisch (1860-1932) war Präsident des Landesschulrates von Böhmen und Mähren und wurde 1912 in den erblichen österreichischen Ritterstand zum Ritter Tobisch von Labotýn geschlagen. Als 1919 in Österreich die Abschaffung des Adels beschlossen wurde, betraf dies auch die Familie Tobisch von Labotýn.

Charlotte besuchte gehobene Schulen, wie das Schloss Marquartstein in Oberbayern und das Wiener Gymnasium Sacre Coeur. Sie absolvierte eine Ausbildung am Franz Schubert Konservatorium.

Als die Familie gegen Ende des Zweiten Weltkriegs nach Bayern floh, die Eltern sich jedoch trennten, blieb Charlotte in Wien, wo sie im Winter 1945/1946 mit dem 37 Jahre älteren Erhard Buschbeck (Chefdramaturgen und stellvertretenden Direktor der Burg) aus Sicht ihrer Familie eine skandalöse Beziehung einging. Von dem Tag sagte sie ihrer Familie „ich wünsch euch alles Gute, aber ich brauch euch nicht“.

Seit 1951 lebte sie am Opernring, Wien.

Als Schauspielerin war sie Schülerin von Raoul Aslan und gab ein frühes Debüt am Wiener Burgtheater, später auch am Wiener Volkstheater sowie am Theater in der Josefstadt. Zudem spielte Lotte auch in einigen Filmen mit. Am Burgtheater war sie auch als künstlerischer Betriebsrat tätig.

1977 erhielt sie das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.

1986 erhielt Lotte Tobisch den Ehrenring des Burgtheaters.

1988 wurde ihr gas große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen.

Von 1981 bis 1996 war sie Organisatorin des Wiener Opernballs.

Unter dem von 1990 – 1997 amtierenden Wissenschaftsminister Rudolf Scholten wurde ihr die Berufsbezeichnung Professor verliehen.

Am 1. Oktober 2007 wurde Lotte Tobisch die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold verliehen. In den letzten Jahren engagierte sie sich verstärkt für soziale Projekte, unter anderem als Präsidentin des Vereins „Künstler helfen Künstlern“ und für die Österreichische Alzheimer-Liga.

Bei der Nationalratswahl in Österreich 2017 unterstützte sie die Kandidatur der NEOS. Bei der Landtagswahl in Niederösterreich 2018 unterstützte sie im Wahlkampf die Volkspartei Niederösterreich.

Lotte Tobisch starb nach langer Krankheit am 19. Oktobers 2019 im Alter von 93 Jahren im Künstlerheim in Baden bei Wien.

Lotto Tobisch war Zeit ihres Lebens ein neugieriger Mensch, ein Umstand, der sie nach eigenen Aussagen auch jung hielt.


Zitate Lotte Tobisch

Eine wirkliche Dame, die kann auch einmal ‚Scheiße‘ sagen. Eine Dame kann sich auch mit einem Neonazi prügeln.

Die Menschen gewöhnen sich an alles, sogar, wenn man ihnen die Wahrheit sagt.


 Gedenkseitennummer 93