Unna, Deutschland


Unna ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen.

1968 wurden folgende Gemeinden in die Stadt Unna eingegliedert:

  • Afferde
  • Billmerich
  • Hemmerde
  • Kessebüren
  • Lünern
  • Massen (1911 entstanden aus den Gemeinden Niedermassen und Obermassen)
  • Mühlhausen
  • Siddinghausen
  • Stockum
  • Uelzen
  • Westhemmerde

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie in Kürze Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik


1032 wurde Unna erstmals urkundlich erwähnt, als der Ort mit Kirche an den Abt Radolfus von Deutz übertragen wurde.

1264 wurde Unna von erzbischöflichen Truppen niedergebrannt.

1290 erhielt Unna nach erfolgtem Wiederaufbau die Stadtrechte. Die Stadt konnte nun auch mit einer starken Mauer und mit Wehrtürmen und Stadttoren gesichert werden.

1303 und 1308 brannten erzbischöflichen Truppen die Stadt erneut teilweise nieder. 1324 war Unna so gut befestigt, dass ein erneuter Angriff erzbischöflicher Truppen abgewehrt werden konnte.

1347 erhielt die Stadt das Münzrecht und die märkischen Grafen ließen nun silberne Pfennige, Vierlinge und Groschen prägen.

Ab 1389 wurde aus Sole Kochsalz gewonnen. Insgesamt war der Handel von Getreide, Tuch, Vieh, Fellen, Lebensmitteln, Wolle, Eisenwaren, Wachs stark ausgeprägt. Wichtige Exportgüter waren Getreide, Bier und Salz (aus der Solequelle Brockhausen – später Königsborn genannt).

1469 bis 1518 gehörte Unna zur Hanse. Die Stadt war damals sehr reich, dies zeigt sich auch an Bauten wie der Stadtkirche, dem Rathaus und anderen Gebäuden. 1540 gehörte Unna wieder zur Hanse, bis zu deren Niedergang.

1549 wurde Unna hansische Prinzipalstadt.

1597 starben mehr als 50 Prozent der Einwohner an der Pest.

1598 und 1604 waren Unna im Spanisch-Niederländischen Krieg von spanischen Soldaten besetzt.

1614 wurde die Stadt von niederländischen Truppen eingenommen, die jedoch beim erneuten Ausbruch der Pest 1615 wieder abzogen.

1618 verbreitete der Dreißigjährige Krieg Schrecken, Not und Elend in Unna durch Belagerung, Einquartierung von Truppen (abwechselnd Niederländer, Spanier, Italiener, kaiserliche Truppen, Schweden, Hessen, Lüneburger) und Kontributionen. Erschwerend kam die Zerstörung von Häusern durch ein Erdbeben 1640 hinzu. Vor Ausbruch des Krieges hatte die Stadt jährlich hohe Einnahmen, nach Kriegsende war die Stadt hoch verschuldet. Als 1673 Marschall Turenne Unna beschießen ließ und mehr als 180 Häuser zerstörte, war die Blütezeit der Stadt für lange Zeit dahin. Bis ins 19. Jahrhundert hinein verharrte Unna auf dem Stand einer Ackerbürgerstadt mit etwa 2500 Einwohnern. Erst mit Beginn der Industrialisierung, konnte der Niedergang überwunden werden.

1734 wurde die "Saline Königsborn" gegründet. Hier wurde auch unter preußischer Regie 1799 die erste Dampfmaschine zur Soleförderung in Betrieb genommen.

Durch den Ausbau von Straßen und 1855 den Anschluss an das Eisenbahnnetz gelang die Anbindung Unnas an die neuen Ruhrgebietszentren.

1860 wurde das städtische Gaswerk gegründet.

1870 begann die Industrialisierung mit dem Beginn der Steinkohleförderung in Massen, Billmerich, Ringebrauck, Königsborn. In den Folgejahren siedelten sich Bergbauzulieferbetriebe, Fabriken für Maschinenbau und Metallverarbeitung, Ziegeleien, aber auch Brauereien in Unna an. Die Bevölkerung Unnas stieg rasant.

1887/1888 wurde das Ruhrwasserwerk erbaut.

Nach Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde 1934 eine Führerschule der Allgemeinen SS in Unna errichtet, die später zu einer Kaserne ausgebaut wurde. Nur 14 Juden konnten Unna verlassen, 142 starben in Konzentrationslagern. 1944 waren knapp 1790 Zwangsarbeiter, vor allem aus dem Osten, in unterschiedlichen Betrieben in Unna zur Zwangsarbeit verpflichtet.

In der Nachkriegszeit wurden bis 1950 rund 2260 Flüchtlinge und Vertriebene aufgenommen. Bis 1956 wurde die ehemalige Kaserne von belgischen Truppen benutzt, danach von Bundesgrenzschutzabteilung Eschwege.

In den 1960er Jahren endet mit Schließung der Schachtanlagen der Kohleabbau. Seither wandelt Unna sich zu einem modernen Dienstleistungszentrum.