Veltin Franz-Josef, 1924, Bernkastel-Kues


Geboren am:

02.02.1924 in Bernkastel

Gestorben am: 02.09.2010 in Wittlich
Verheiratet: nicht bekannt
Kinder: nicht bekannt
Geschwister: nicht bekannt
Eltern:

nicht bekannt

Aus seinem Leben

Franz-Josef Veltin wurde am 02.02.1924 als Sohn eines Winzerehepaares in Bernkastel-Kues geboren. Er besuchte die Volksschule in Bernkastel und bestand später das Abitur auf dem Gymnasium.

Ab 1942 leistete er Reichsarbeitsdienst und wurde dann von der Wehrmacht einberufen. Bei Kämpfen in Sizilien wurde er als Soldat im Zweiten Weltkrieg von den amerikanischen Alliierten gefangen genommen und wurde später unfreiwilliger Gast in einem Kriegsgefangenenlager in Oklahoma.

In AIRMAN vol. 20 AFSINC, 1976 berichtet er „als wir durch Amerika transportiert wurden, konnten wir die vielen Autos, die wir sahen, nicht glauben“. Franz-Josef Veltin zufolge war das Leben im amerikanischen Kriegsgefangenenlager weit besser als erwartet, und es wurden viele Freundschaften zwischen den Gefangenen und ihren Aufsehern geschlossen.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Franz-Josef Veltin - Foto aus AIRMAN vol. 20 AFSINC, 1976

„Wir arbeiteten auf Bauernhöfen, aßen gut und verdienten sogar ein wenig Geld. Nach den schrecklichen Zeiten auf den Kriegsschauplätzen war dies eine wunderbare Veränderung. Für einige von uns war es eine schwierige Situation, als wir nach Deutschland zurückkehren mussten“, sagte er. Seine Freundschaft zu den Amerikanern bestand auch nach Kriegsende weiter.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland besuchte er das Dolmetscherinstitut der Universität Heidelberg und legte dort die Korrespondentenprüfung ab. Als Korrespondent arbeitete er jedoch nicht, sondern war im Anschluss an diese Ausbildung im Weingut seiner Eltern tätig.

Er trat in die CDU ein, wurde 1952 Mitglied des Stadtrates und Ende November 1956 wurde er zum Beigeordneten gewählt. Zudem war er bis 1956 Geschäftsführer des CDU-Kreisverbandes Bernkastel-Kues. 1957 wurde er zum ehrenamtlichen Bürgermeister von Bernkastel-Kues gewählt und in den Folgejahren zweimal in diesem Amt bestätigt. 1963 wurde er bei der Landtagswahl in den Rheinland-Pfälzischen Landtag gewählt und war als leidenschaftlicher Liebhaber des Moselweins Mitglied des Weinbau- und Wirtschaftsausschusses.

Von 1967 bis 1977 war er hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Bernkastel-Kues. In seine Amtszeit fiel der Bau des im Juli 1959 eröffneten Frei- und Hallenbades, des Sportplatzes und des Campingplatzes. Laut Aussagen von Zeitzeugen soll er es aufgrund seiner Freundschaft zu den amerikanischen Truppen geschafft haben, dass diese die Baugrube für das Schwimmbad mit Militärgerät ausgehoben haben – ohne europaweite Ausschreibung des Projektes. Auch wurde während seiner Amtszeit das Kueser Plateau erschlossen und das Gewerbegebiet am Ortsausgang Richtung Wehlen ausgewiesen. Franz-Josef Veltin war eine Persönlichkeit, der die Bewohner Bernkastel-Kues vieles zu verdanken haben.

Franz-Josef Veltin starb am 02.09.2010 im Alter von 86 Jahren in Wittlich.


Gedenkseite 2106