von Schorlemer-Alst Burghard Freiherr, 1825, Herringhausen


Geboren am: 20.10.1825 auf Schloss Herringhausen
Gestorben am: 17.03.1895 auf Alst
Verheiratet mit: Anna von Schorlemer-Alst, verwitwete Gräfin von Droste-Vischoring geb. Reichsgräfin von Imbsen
Kinder: nicht bekannt
Geschwister: nicht bekannt
Eltern: Friedrich Wilhelm von Schorlemer und Luise geb. Reichsfreiin von Clouth

Aus seinem Leben

Burghard Freiherr von Schorlemer-Alst wurde am 20.10.1825 auf Schloss Herringhausen als Sohn des Wirklichen Geheimen Regierungsrates Friedrich Wilhelm von Schorlemer und Luise geb. Reichsfreiin von Clouth geboren. Im Königlich Sächsischen Kadettencorps in Dresden erhielt er seine Vorbildung für die militärische Laufbahn. Er wurde danach Offizier im preußischen 8. Ulanenregiment und kämpfte als solcher mit Tapferkeit und Auszeichnung 1849 gegen den Aufstand in Baden.

1832 vermählte er sich mit Anna, verwitwete Gräfin von Droste-Vischoring geb. Reichsgräfin von Imbsen, die er am 23.01.1891 durch den Tod verlor.

1854 beendete er seine militärische Karriere und trat ins Zivilleben über. Er widmete sich zunächst der Landwirtschaft. 1862 gründete er zusammen mit 36 Bauern den „Westfälischen Bauernverein“, der bis zu seinem Tod fast 25.000 Mitglieder zählte.

Seit dem Jahr 1870 vertrat er im preußischen Abgeordnetenhau den Wahlkreis Ahaus-Burgsteinfurt. Von 1875 bis 1887 war er Abgeordneter desselben Wahlkreises für den deutschen Reichstag. Danach wurde er zweimal zum Reichstagsabgeordneten des Riesenwahlkreises Bochum gewählt. Am 17.10.1891 berief in das Vertrauen seines Monarchen auf Lebenszeit in das preußische Herrenhaus und am 20.04.1894 wurde er zum Mitglied des preußischen Staatsrats ernannt.

Fester religiöser Glaube, treue Anhänglichkeit an die katholische Kirche, unerschütterliche Treue zu seinem Monarchen, warme Vaterlandsliebe und emsige Tätigkeit für das Wohl seiner Mitbürger kennzeichnen sein Wirken im öffentlichen Leben. Seine Aufrichtigkeit und Festigkeit seines Charakters, sein Edelmut, seine Entschlossenheit, mit der er für seine Ideale kämpfte, erwarben ihm auch die Hochachtung seiner politischen Gegner.

Dem ganzen katholischen Volk Deutschland wird Burghard Freiherr von Schorlemer-Alst als Vorkämpfer der deutschen Zentrumspartei in Erinnerung bleiben. In den schweren Zeiten des Kulturkampfes stand er neben von Mallinckrodt, Windthorst und den beiden Reichensperger in der ersten Reihe der Streiter für Wahrheit, Freiheit und Recht. Das katholische Volk wird einem seiner ersten Führer in Dankbarkeit und Liebe ein treues Andenken bewahren und die herrlichen Worte beherzigen, mit welchen er am 27.08.1894 auf der Generalversammlung der Katholiken Deutschlands in Köln seine Rede schloss: „Das immer siegreiche Kreuz auf unserer Fahne – so bekämpfen wir den Unglauben und die Verheerungen, die er in Staat und Gesellschaft anrichtet, das Gottesgesetz und Gottesgebot unser Leitstern und unsere Richtschnur und die große soziale Enzyklika unser Wegweiser – so wollen wir mutig vorwärts gehen in dem sozialen Kampfe, einig, eifrig, freudig, mit dem Wahlspruch: Liebe und Gerechtigkeit!“

Burghard Freiherr von Schorlemer-Alst starb am 17.03.1895 im Alter von 69 Jahren auf Alst nach kurzem Krankenlager.

Sowohl der Papst als auch der Kaiser ehrten ihn bei seinem Tod. Während seines Lebens erhielt er folgende Ehrungen:

  • Geheimkämmerer Seiner Heiligkeit des Papstes
  • Mitglied des Staatsrates und des Herrenhauses
  • Königlich preußischer Major a.D.
  • Ehrendoktor der Universität Löwen
  • Ritter des roten Adlerordens IV. Klasse mit Schwertern
  • Kronen-Orden II. Klasse mit dem Stern
  • Kommandeur des Päpstlichen Sylvester- und des Gregorius-Ordens
  • Devotions-Ritter des souveränen Malteser-Orden

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