Waxweiler, Deutschland


Waxweiler ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Rheinland-Pfalz. Waxweiler gehört der Verbandsgemeinde Arzfeld an.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie in Kürze Informationen zu Personen, die hier gelebt haben.

Chronik


Im Jahr 2002 wurden in Waxweiler Überreste einer römischen Siedlung im Rahmen der Erschließung eines neuen Baugebietes „Am Hüttenberg“ entdeckt. Somit wurden die Ursprünge des heutigen Eifelortes auf etwa 150 nach Christus datiert.

Im Jahr 943 wurde Waxweiler unter den Namen „Waleswilre“ erstmals urkundlich erwähnt. 1222 wurde der Ort unter dem Namen „Wasvilre“ von dem Prümer Ex-Abt Caesarius im Kommentar zum Prümer Urbar erwähnt.

 

1300 - 1795

Waxweiler gehörte zur luxemburgischen Herrschaft Neuerburg.

1353 verkaufte Friedrich von der Neuerburg den Ort für 1000 Pfund an den Erzbischof Balduin in Trier, vermutlich mit Rückkaufrecht, denn zu Beginn des 15. Jahrhunderts war der Ort wieder im Besitz der Herren von Neuerburg.

1414 erhielt Waxweiler durch Irmgard von Bolchen und Ihrem Gemahl Johann von Rodemachern Stadtrechte. Den Bürgern von Waxweiler wurden dieselben Rechte und Freiheiten, die die Neuerburger Bürger bereits seit 1332 innehatten gewährt. Die Stadtrechte von Waxweiler wurden 1440 von Gerhard von Rodemachern, Irmgards und Johanns Sohn, bestätigt. Bis 1794 bliebt der Freiheitsstatus des Ortes innerhalb der Herrschaft Neuerburg und zugleich innerhalb des Herzogtums Luxemburg unverändert.

1794 besetzten französische Revolutionstruppen die Österreichischen Niederlande, zu denen das Herzogtum Luxemburg gehörte und damit Waxweiler gehörten. Im Oktober 1795 wurde Waxweiler annektiert und unter der französischen Verwaltung zum Kanton Arzfeld, der verwaltungsmäßig zu dem Departement Wälder gehörte, zugeordnet. Waxweiler wurde Hauptort einer Mairie.  

1795 wurde auch das erste Personenstandregister angelegt.

 

1815 - 1918

1815 wurde Waxweiler aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses dem Königreich Preußen zugesprochen. Unter der preußischen Verwaltung wurde Waxweiler 1816 in den neu errichteten Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier eingegliedert. Ab 1822 gehörte der Ort zur Rheinprovinz. Waxweiler wurde Sitz der gleichnamigen Bürgermeisterei, zu der acht Gemeinden gehörten.

Seit der Übernahme Waxweilers durch das Königreich Preußen, hat der Ort eine neue Infrastruktur erhalten. Die Straßen wurden gepflastert, neue Häuser wurden errichtet. Waxweiler war seit 1821 Sitz eines Friedensgerichts, hatte eine Apotheke und eine Poststelle erhalten. Jährlich wurden zwei Kram- und Viehmärkte gehalten.

  • 1838 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.
  • 1858 wurde zur besseren Wasserversorgung wurde in der Ortsmitte eine Pumpe aufgestellt, 1859 folge die Aufstellung einer zweiten Pumpe für die Bewohner des oberen Ortsteils.
  • 1865 stellt Waxweiler ein Gemeindegrundstück für den Bau eines Kantongefängnisses zur Verfügung.
  • 1878 wurde das Katasteramt in Waxweiler eröffnet.
  • 1887 gründet der Lehrer Koenen die Ortsgruppe des Eifelvereins. Im gleichen Jahr gründen der Lehrer Koenen und der Notar Schreiber auch den Männergesangsverein „Eintracht“, der 20 Mitglieder hatte.
  • 1898 wird von Johann Gansen der Musikverein Lyra gegründet.
  • 1908 wird das Krankenhaus in Waxweiler eingeweiht.
  • 1910 entsteht an dem durch Waxweiler fließenden Fluss Prüm das erste Elektrizitätswerk in Waxweiler, erbaut durch Wilhelm Josef Hoss.

 

Weimarer Republik 1918 – 1933

1921 wurde der Sportverein „Eifelland“ gegründet. Wie sehr die Waxweiler Bevölkerung an der Inflation während der Weimarer Republik litten, zeigt sich auch an der 1923 festgelegten Hundsteuer. So kostete der erste Hund bereits 3.000.000 Mark, der zweite Hund 10.000.000 Mark und der dritte Hund sogar 20.000.000 Mark.

  • Am 09.09.1926 wurde unter Bürgermeister von Hülst das neue Jugendheim an der Godeshauser Mühle eingeweiht.
  • 1928 spendet Fritz Schomer (aus der Gastwirtschaft und Brennerei Schomer) eine Glocke für die Pfarrkirche im Wert von 2.600 Mark.
  • 1932 gibt die Gemeinde Waxweiler Gutscheine in Höhe von 2 bis 5 Pfennige an bettelnde Durchreise aus. Die Kosten hierfür wurden durch die Gemeinde erstattet. Die Gutscheine konnten im Ort eingelöst werden. Ebenfalls wird 1932 ein freiwilliges Arbeitsdienstlager errichtet. Die dort untergebrachten Menschen wurden beim Wegebau nach Niederpierscheid und Kopscheid eingesetzt.
  • 1934 wurde der Spielmanns- und Fanfarenzug gegründet.
  • 1938 wird das 1878 in Waxweiler eröffnete Katasteramt nach Prüm verlegt. Zudem wird in dem Jahr ein Reichsarbeitsdienst-Lager für Frauen errichtet und Adolf Hitler besucht am 27.08.1938 den Ort Waxweiler.

 

Ende zweiter Weltkrieg

Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wird Waxweiler am 08.01.1945 durch amerikanische Luftangriffe stark zerstört. Aus diesem Grund wurden alle erwerbsfähigen männlichen Ortsbewohner zwischen 16 – 60 Jahren verpflichtet, unentgeltlich Aufbauarbeit zu leisten oder eine geeignete Ersatzkraft zu stellen, damit wenigstens die dringendsten öffentlichen Arbeiten durchgeführt werden konnten. Bei Arbeitsverweigerung war eine Geldstrafe von 30 Reichsmark, im Wiederholungsfalle eine Strafe von 100 Reichsmark zu zahlen. Bei Arbeitsverweigerung wurden zudem die Lebensmittelkarten eingezogen und der Name des Arbeitsverweigerers öffentlich bekanntgegeben.

1948 wurde die Mariensäule errichtet und 1949 die im Krieg gesprengte Eisenbahnbrücke neu gebaut.

 

1950 - heute

Nach dem zweiten Weltkrieg erlebt Waxweiler einen Aufschwung durch Firmen, die sich im Ort niederlassen.

1952 siedelte die Firma "Autotherm", gegründet durch Ingenieur Brümmendorf in Waxweiler an. Im Juli 1961 nimmt die Hosenfabrik Strüver nimmt mit 12 Mitarbeitern die Fabrikation auf. 1976 wird das Feriendorf Ennia in Betrieb genommen.