Wien, Österreich


Wien, die Hauptstadt Österreichs und liegt im Osten des Landes nahe der ungarischen Grenze an der Donau. Wien ist auch bekannt für die kaiserlichen Paläste wie das Schloss Schönbrunn, die Sommerresidenz der Habsburger.

Wien zählt seit Jahren zu den lebenswertesten Städten der Welt.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die hier gelebt haben.

Chronik


Die Wurzeln der Stadt Wien stammen aus vorrömischen Zeiten. Funde weisen darauf hin, dass während der Altsteinzeit Menschen das Gebiet der heutigen österreichischen Hauptstadt begangen haben. Ab der Jungsteinzeit war das Wiener Becken dauerhaft besiedelt.

Siedlungsspuren und einige Brandgräber zeugen von einer bronzezeitlichen Urnenfelderkultur in Wien. Die ältere eisenzeitliche Hallstattkultur ist unter anderem durch einen noch immer gut sichtbaren Grabhügel und Siedlungsreste vertreten. Aus der Zeit der Kelten ist ein Oppidum auf dem Leopoldsberg und eine keltische Siedlung mit dem Namen Vedunia bekannt.

 

Römerzeit

Zur Grenzsicherung der Provinz Pannonien legten die Römer im 1. Jahrhundert nach Christus ein Militärlager (an der Stelle des heutigen Stadtzentrums) mit einer angeschlossenen Stadt Vindobona für Zivilisten an. Im 1. Bezirk von Wien kann man heute noch den Mauerverlauf und die Straßen des ehemaligen römischen Lagers erkennen. Die Römer blieben bis ins 5. Jahrhundert in Wien.

 

Frühmittelalter

Der Berghof, ein Weinbauhof, war das Zentrum des frühmittelalterlichen Wiens. Wien wurde 881 erstmals urkundlich in den Salzburger Annalen im Zusammenhang mit einer Schlacht gegen die Magyaren erwähnt. In der Schlacht auf dem Lechfeld im Jahr 955 siegte der ostfränkische König Otto I. über die Magyaren und damit begann sowohl der Aufstieg Wiens als auch der Aufstieg Österreichs. Im Jahre 976 wurde unter den Babenbergern die Markgrafschaft Ostarrichi (Marcha orientalis) eingerichtet, auf deren Gebiet, an der Grenze zu Ungarn, auch Wien lag.

Im 11. Jahrhundert war Wien bereits ein wichtiger Handelsort. 1155 wurde Wien durch Heinrich Jasomirgott zur Hauptstadt. 1156 wurde Österreich mit dem Privilegium Minus zum Herzogtum erhoben und Wien damit zur Residenz des Herzogs.

1192 wurde der englische König Richard Löwenherz bei seiner Rückreise vom Dritten Kreuzzug nach England in Wien von Markgraf Leopold V. dem Tugendreichen gefangen genommen und in Dürnstein gefangen gehalten. Mit dem hohen Lösegeld, welches für die Freilassung von König Richard Löwenherz gezahlt wurde, wurde in Wien eine Münzprägestätte eingerichtet und die erste große Erweiterung der Stadt finanziert. Die Stadterweiterung bedeutete für Kaufleute, die durch Wien ziehen wollten, dass sie ihre Waren in Wien zum Verkauf anbieten mussten. Dies ermöglichte den Wienern den Zwischenhandel, sodass Wien bald weit reichende Handelsbeziehungen, überwiegend entlang der Donau und nach Venedig unterhielt und als eine der bedeutendsten Städte des Reichsgebiets galt.

 

Herrschaft der Habsburger

1278 siegte Rudolf I. 1278 Ottokar II. von Böhmen. Damit begann die Herrschaft der Habsburger in Österreich. Prag wurde unter den Luxemburgern zur kaiserlichen Residenzstadt, in deren Schatten Wien stand. Die frühen Habsburger versuchten, die Stadt auszubauen, um Schritt zu halten.

Die Anfänge der städtischen Geschichtsschreibung gehen auf das 13. Jahrhundert mit der Stadtchronik von Jans dem Enikel zurück.

Unter Rudolf IV. blühte Wien jedoch wieder auf, denn durch seine kluge Wirtschaftspolitik erlangte Wien Wohlstand. So gründete er 1365 nach dem Prager Vorbild eine Universität in Wien und begann den Bau des gotischen Langhauses von St. Stephan. Seine Verdienste um die Stadt brachten ihm den Beinamen Stifter ein. Nach seinem Tod führten Erbstreitigkeiten unter den Habsburgern jedoch zu einem wirtschaftlichen Niedergang der Stadt.

1421/22 wurden die Wiener Juden vertrieben oder getötet.

1438 wurde Wien Residenzstadt des Heiligen Römischen Reiches.

1469 wurde Wien zum Bischofssitz und damit der Bau St. Stephan zur Kathedrale.

Im Jahre 1529 wurde Wien das erste Mal von den Türken erfolglos belagert. Danach erhielt die Stadt moderne Befestigungsanlagen, die bis ins 17. Jahrhundert den Hauptteil des Bauwesens ausmachten.

1551 begann die Rekatholisierung Wiens, die durch die Lehre Martin Luthers schnell protestantisch geworden war. Unter König Ferdinand I. wurden die Jesuiten nach Wien geholt, die schnell großen Einfluss im Volk gewannen. Die Jesuiten gründeten ein Kollegium, sie erhielten die Universität Wien, übten die Buchzensur aus, so dass die Stadt zum Ausgangspunkt der Gegenreformation im Heiligen Römischen Reich wurde. Ihr wichtigster Vertreter war Melchior Khlesl, der Bischof von Wien um 1600. Der Religionskrieg führte zu brutaler Enteignung und Vertreibung, so dass nach 1640 kaum noch Protestanten in Wien lebten.

1558  wurde Wien Sitz des Kaisers, nachdem Ungarn und Böhmen zum Herrschaftsbereich der Habsburger hinzugekommen waren.

1679 starb ein Großteil der Wiener Bevölkerung an der Pest.

1683 wurde Wien erneut von den Türken belagert. Jedoch schützten die seit 1529 erbauten Befestigungsanlagen Wien zwei Monate lang, bis die türkische Armee wegen des Eintreffens des vom Polenkönig Jan Sobieski angeführten Heeres die Belagerung der Stadt beenden musste. Damit begann gleichzeitig auch der Untergang des osmanischen Reiches in Mitteleuropa.

 

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Das Schloss Belvedere ( „schöne Aussicht“) ist eine von Johann Lucas von Hildebrandt (1668–1745) für Prinz Eugen von Savoyen (1663–1736) erbaute Schlossanlage zu Glanzzeiten Wiens

Glanzzeit von Barock und Klassizismus

Nach der zweiten Türkenbelagerung setzte eine rege Bautätigkeit in Wien ein. In den Folgejahren blühte die Stadt deutlich auf – Wien wurde weitgehend barockisiert (Vienna gloriosa). Zahlreiche Palais für den Wiener Adel wurden vor allem von den Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach und Johann Lukas von Hildebrandt gebaut.

Auch außerhalb der Stadtmauern wurde viel gebaut, denn seit 1704 hatten die Vorstädte ihr eigenes, großzügig angelegtes Befestigungssystem.

1713 starben viele Menschen aufgrund der Pest in Wien. In den Folgejahren blühte die Stadt jedoch wieder auf. Es wurden die ersten Manufakturen gegründet und Kanalisation und Straßenreinigung wurden entwickelt, was die hygienischen Verhältnisse in der Stadt erheblich verbesserte. Wenige Jahre später war Wien daher zu einem wichtigen europäischen Kulturzentrum aufgestiegen (Wiener Klassik - Musik von Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert).

 

Wien zwischen Konservativismus und Avantgarde

Unter der Herrschaft von Kaiser Franz Joseph I., erlebte Wien eine beispiellose Blütezeit der Kunst, Kultur und Architektur.

1804 wurde Wien die Hauptstadt des neuen Staates „Kaisertum Österreich“.

1805 wurde Wien von Napoleons Truppen eingenommen.

1806 wurde in Wien das Ende des Heiligen Römischen Reiches verkündet.

1809 wurde Wien erneut von Napoleons Truppen eingenommen. Nach dem Sieg über Napoleon fand in den Jahren 1814/1815 der berühmte Wiener Kongress statt, auf dem die politischen Verhältnisse in Europa neu geregelt wurden.

1830 wurden Teile von Wiens von der Donau überschwemmt. Viele Menschen starben, Häuser wurden unbewohnbar.

1837 wurde mit dem ersten Teilstück der Kaiser-Ferdinand-Nordbahn von Wien-Floridsdorf nach Deutsch-Wagram die erste Eisenbahnstrecke Österreichs eröffnet.

1848 – Februarrevolution in Wien. Im Rahmen der Märzrevolution trat am 13.03.1848 Staatskanzler Metternich von seinem Amt zurück.

06.10.1848 Beginn der Wiener Oktoberrevolution. Das kaiserliche Militär siegte gegen die Demokraten.

1850 begann die erste Phase der Stadterweiterung, indem die „Vorstädte“ innerhalb des Linienwalls und die auf Donauinseln gelegene Leopoldstadt eingemeindet wurden.

1858 wurden die Stadtmauern um die Altstadt geschleift und an ihrer Stelle die prachtvolle Ringstraße erbaut.

In den Jahren 1868 bis 1875 erfolgte in Wien die Donauregulierung. Hintergrund dieser Regulierung war die Überschwemmung der Stadt im Jahr 1830. Seitenarme der Donau wurden abgegraben und stattdessen wurde abseits der Stadt der heutige Donaukanal geschaffen.

1873 wurde in Wien die Weltausstellung abgehalten. In dem Jahr ging jedoch auch die Gründerzeit aufgrund des großen Börsenkrachs zu Ende.

Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte Wien mit Beginn der Industrialisierung einen extremen Bevölkerungszuwachs. Innerhalb von 40 Jahren verdoppelte sich die Bevölkerung. 1910 lebten knapp zwei Millionen Menschen in der Stadt, 1870 waren es nur eine Million.

 

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Der Stephansdom (eigentlich Domkirche St. Stephan am Wiener Stephansplatz (1. Bezirk Innere Stadt) ist seit 1365 Domkirche (Sitz eines Domkapitels), seit 1469/1479 Kathedrale (Bischofssitz) und seit 1723 Metropolitankirche des Erzbischofs von Wien. Der Dom gilt als Wahrzeichen Wiens und wird häufig auch als österreichisches Nationalheiligtum bezeichnet.
Das Bauwerk ist 107 Meter lang und 34 Meter breit. Der Dom ist eines der wichtigsten gotischen Bauwerke in Österreich. Teile des spätromanischen Vorgängerbaues von 1230/40 bis 1263 sind noch erhalten und bilden die Westfassade, flankiert von den beiden Heidentürmen, die etwa 65 Meter hoch sind. Insgesamt besitzt der Stephansdom vier Türme: Der mit 136,4 Metern höchste ist der Südturm, der Nordturm wurde nicht fertiggestellt und ist nur 68 Meter hoch. Im ehemaligen Österreich-Ungarn durfte keine Kirche höher als der Südturm des Stephansdoms erbaut werden.
 
Im Hintergrund die Wiener Votivkirche, eines der bedeutendsten neugotischen Sakralbauwerke der Welt. Mit einer Höhe von 99 Metern ist die Votivkirche die zweithöchste Kirche Wiens.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Das Wiener Rathaus am Rathausplatz im 1. Bezirk Innere Stadt, wurde von 1872 bis 1883 nach Entwürfen des Architekten Friedrich von Schmidt im Stil der Neogotik errichtet.
 

Mit dem Bevölkerungszuwachs waren auch einschneidende gesellschaftliche Umbrüche verbunden. Mit dem Entstehen einer großen Arbeiterklasse und Armut in weiten Teilen der Bevölkerung erstarkte die Sozialdemokratie. Die große Unterschicht teilte sich oft kleine Wohnungen untereinander und mit „Bettgehern“ auf. Zuwanderer verwandelten Wien in einen kulturellen Schmelztiegel. Der Armut begegnete die Stadt mit speziell beauftragten Armenräten.

Um 1900 erlebt Wien mit der Wiener Moderne einen neuen kulturellen Höhepunkt und wurde Zentrum des Jugendstils. In der Musik entstand die Zweite Wiener Schule um Arnold Schönberg. In der Literatur steht Jung-Wien für den Übergang zur Moderne, wobei das Kaffeehaus ein Zentrum kulturellen Schaffens darstellte. Inmitten dieser fruchtbaren kulturellen Atmosphäre wurde von Sigmund Freud die Psychoanalyse begründet.

1897 bis 1910 amtierte der wohl bekannteste Bürgermeister, nachdem heute noch Straßen und Plätze benannt sind, Karl Lueger, in Wien. Er wurde durch umfassende kommunale Reformen und seinen rabiaten Antisemitismus bekannt. Adolf Hitler, der zu dieser Zeit in Wien lebte, bezeichnete 1925 Karl Lueger als den gewaltigsten deutschen Bürgermeister aller Zeiten.

 

Erster Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg war keine unmittelbare Bedrohung für Wien, führte aber zu einer verheerenden Versorgungskrise mit Lebensmitteln. Hunger plagte die Bevölkerung du vor allem Frauen machten ihrer Verzweiflung über den Hunger Luft und schreckten auch vor Plünderungen nicht zurück. Das Ende des Ersten Weltkrieges bedeutete auch das Ende Österreich-Ungarns. Am 30. Oktober 1918 entstand der neue Staat Deutschösterreich.

Nach dem Ersten Weltkrieg gab Kaiser Karl I. am 11. November 1918 seine Thronverzichtserklärung ab und verließ am selben Tag Schloss Schönbrunn. Am 12. November 1918 Tag wurde von der Provisorischen Nationalversammlung im Parlament die Republik Deutschösterreich ausgerufen und beschlossen, dass diese ein Teil der deutschen Republik sein sollte. Dieses Vorhaben erwies sich im Frühjahr 1919 allerdings als nicht durchführbar.

Am 10. November 1920 trat das Bundes-Verfassungsgesetz in Kraft, welches Wien als eigenes Land bezeichnet. Die am gleichen Tag beschlossene und die am 18. November 1920 in Kraft getretene Wiener Stadtverfassung erhält daher einen Abschnitt über Wien als eigenes Land. Ausnahmen als eigenes Land gibt es in den Jahren 1934–1945 (bundesunmittelbare Stadt im Austrofaschismus, Reichsgau unter NS-Herrschaft).

Der Brand des Justizpalastes am 15. Juli 1927, bei dem es zu schweren Zusammenstößen zwischen dem Bundessicherheitswachekorps und Demonstranten mit insgesamt 94 Todesopfern kam, war ein Zeichen beginnender Radikalisierung.

 

Wien - Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Am 12. März 1938 ließ der aus Braunau am Inn stammende Österreicher Adolf Hitler die deutsche Wehrmacht in Österreich einmarschieren, um hier mit tätiger Mithilfe der österreichischen Nationalsozialisten, die bereits am 11. März mit der „Machtübernahme“ begonnen hatten, die austrofaschistische Diktatur durch die NS-Herrschaft zu ersetzen. Adolf Hitler hielt am 15. März 1938 auf einem Balkon der Wiener Hofburg vor begeistert jubelnden Menschen auf dem Heldenplatz seine berühmte Anschlussrede.

Hitlers Politik der Vernichtung der Juden fiel mit den Wienern auf fruchtbaren Boden, denn unmittelbar nach seiner Machtübernahme begann in Wien die so genannte "wilde Arisierung": Jeder, der seine jüdischen Nachbarn ausrauben wollte, sie aus ihren Geschäften oder Wohnungen warf oder sie auf andere Weise seine Verachtung spüren ließ, war ein Held. Der Ausbruch der Judenfeindlichkeit, der von der nationalsozialistischen Bürokratie so unerwartet herbeigeführt wurde, wurde bald vom NS-Regime in einen geordneten Kurs gelenkt und verwandelte Diskriminierung, Entrechtung, Raub, etc. in bürokratische Prozesse, die den Anschein von Recht und Ordnung haben sollten.

Beim Novemberpogrom, Beginn 9. November 1938 wurden 92 Synagogen in Wien zerstört. Nur der Stadttempel im 1. Bezirk blieb verschont, da in den angrenzenden Gemeinderäumen im Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde die Adressen aller Juden Wiens aufbewahrt wurden. Von dort aus hatten vom NS-Regime ausgesuchte jüdische Wiener die Auswanderung bzw. Deportation ihrer Glaubensgenossen zu organisieren. Von den knapp 200.000 beraubten jüdischen Wienern wurden rund 120.000 in die Emigration getrieben und etwa 60.000 ermordet. Nach Kriegsende zählte die jüdische Bevölkerung Wiens nur noch 5.243 Personen.

Ab dem 17. März 1944 wurde Wien bei mehr als 50 Luftangriffen zu 20 Prozent zerstört, darunter die Staatsoper oder die Albertina. Der Stephansdom, der den Luftkrieg ohne Bombentreffer überstanden hatte, geriet infolge einer Plünderung in Brand. Alle Versuche, Wien nach dem Vorbild Roms zur „offenen Stadt“ zu erklären, wurden von Gauleiter Baldur von Schirach verhindert. Am 5. April 1945 kam es zur achttägigen Schlacht um Wien, die mit der Niederlage der Wehrmacht und der Besetzung durch die aus Ungarn vorgerückte Rote Armee endete.

 

Folgen der Zeit des Nationalsozialismus

Das intellektuelle und künstlerische Leben Wiens erlitt einen enormen Rückgang, der vor allem durch die Verfolgung der Juden nicht wieder ausgeglichen werden konnte. Durch die Entstehung des Ostblocks wurde Wien Treffpunkt Spionen aus Ost und West. Der wirtschaftliche und wissenschaftliche Aufschwung Wiens wurde gebremst.

20% der Wiener Haushalte waren nach Kriegsende ganz oder teilweise zerstört, d.h. beinahe 87.000 Wohnungen waren unbewohnbar. Trotz eines vergleichbaren harmlosen Beschusses im Gegensatz zu den deutschen Städten Hamburg und Dresden wurden in Wien mehr als 3000 Bombentrichter gezählt, zahlreiche Brücken lagen in Trümmern, Kanäle, Gas- und Wasserleitungen waren stark zerstört. Es galt nun, die Stadt wieder funktionsfähig zu machen.

Vom 1. September 1945 bis 27. Juli 1955 war Wien in vier Sektoren geteilt.

Wenige Tage nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Wien sorgte die Sowjetarmee für den Aufbau einer neuen Stadtverwaltung. Auch politische Parteien formierten sich – noch bevor der Krieg am 8. Mai endgültig in Europa zu Ende gegangen war. Erst im Herbst 1945 ließen die Sowjets auch Militärkontingente der anderen drei Alliierten, Vereinigte Staaten, Großbritannien und Frankreich, nach Wien; es blieb dann bis 1955 Viersektorenstadt. Im 1. Bezirk, der keiner der vier Besatzungsmächte fix zugeteilt war, wechselte die Besatzung jeden Monat.

Auf dem heutigen Schwarzenbergplatz (von 1946–1956 Stalinplatz) errichtete die Rote Armee 1945 das als Befreiungsdenkmal ein Monument, welches bis heute aufgrund eines Vertrages von der Stadt Wien Instand gehalten wird.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, erlebte Wien einen Wirtschaftsaufschwung, an dem der Marshallplan ganz wesentlichen Anteil hatte.

Am 15. Mai 1955 erlangte das Österreich mit dem Österreichischen Staatsvertrag seine Freiheit zurück. Der Vertrag trat am 27. Juli 1955 in Kraft, worauf die Besatzungstruppen binnen drei Monaten abzogen.

 

Ungarnaufstand bis zur Gegenwart

Flüchtlinge aus Ungarn, die 1956 nach einem gescheiterten Aufstand gegen die Kommunisten das Land verließen, wurden in Wien aufgenommen. 1968 wurden in Wien Tschechen und Slowaken aufgenommen, die nach dem gewaltsamen Ende des Prager Frühlings die Tschechoslowakei verließen. Eine weitere Flüchtlingswelle erlebte Wien nach dem Zerfall Jugoslawiens 1991.

1957 wird Wien zum Sitz der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).

1961 findet in Wien das Gipfeltreffen zwischen dem John F. Kennedy und dem sowjetischen Parteichef Nikita Chruschtschow statt.

1964 fand auf dem Gelände eines früheren Mistplatzes am linken Donauufer die WIG 64, die Wiener Internationale Gartenschau 1964, statt – mit dem Donauturm als neuem Wahrzeichen.

Seit 1965 ist Wien Sitz der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC).

1979 wurde das Vienna International Centre eröffnet.

1986 wurden die Neue Donau sowie die Donauinsel fertiggestellt. Die Donauinsel ist heute ein beliebtes Erholungsgebiet.

Seit 2003 gehört Wien zur Europaregion Centrope.

Heute wird Wien in internationalen Bewertungen zu den Städten mit der besten Lebensqualität gezählt.