Wuppertal, Deutschland


Wuppertal ist eine Großstadt in Nordrhein-Westfalen.

1929 wurde das heutige Wuppertal unter dem Namen Barmen-Elberfeld mit folgenden Städten zusammengelegt:

  • Barmen
  • Cronenberg
  • Elberfeld
  • Ronsdorf
  • Vohwinkel

1930 wurde Barmen-Elberfeld nach einer Bürgerbefragung in Wuppertal umbenannt. Die Stadt liegt im Tal am Fluss Wupper.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesem Ort stammten.

Chronik

Von den Anfängen bis zum Ruhraufstand


Um 1000 v. Chr. gab es erste Siedlungen im Tal der Wupper. Jedoch erfolgte erst um das 7. Jahrhundert eine spärliche Besiedlung an der Wupper durch Germanen.

Urkundlich erwähnt werden Siedlungen, die heute zu Wuppertal gehören erstmals zwischen 1050 bis 1356.

1450 ist die Herstellung von Stoffen und deren Bleichung belegt. Daraus entwickelte sich eine vielfältige Textilindustrie. 1597 wurde der Stadt das ausschließliche Recht verliehen, Garne und Tücher zu färben und zu weben. Im 18. Jahrhundert wurde zudem Spitze hergestellt. Um 1750 wurden Stoffe bereits mit handbetriebenen Flechtmaschinen, die ab 1780 durch wasserkraftbetriebene Flechtmaschinen abgelöst wurden, hergestellt. Die Region wurde zu einem der größten Textilstandorte der Welt.

Um 1830 begann der Ausbau der Eisenbahnstrecken und die Anbindung der Region an das Streckennetz.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich auch im Zusammenhang mit der Herstellung von Textilfarbstoffen die chemische Industrie, der Maschinenbau und die Elektrotechnik.

1863 wurde das Unternehmen Bayer gegründet und später auch das Unternehmen Vorwerk.

1894 baute eine von Adolf Vorwerk gegründete Aktiengesellschaft die erste elektrisch betriebene Zahnradbahn der Welt.

Bis zum Ersten Weltkrieg florierte die Wirtschaft, was sich nach Kriegsende jedoch änderte.

Nachdem nach der Novemberrevolution 1918 die Weimarer Republik gegründet wurde, versuchte am 13.03.1920 General Walther von Lüttwitz mit einem Putsch die Regierung zu stürzen. Der Putschversuch scheiterte nach 100 Stunden, hatte jedoch den größten Generalstreik der deutschen Geschichte zur Folge. In Wuppertal wurde der Ruhraufstand in Gang gesetzt. Der Ruhraufstand führte zu heftigen Kämpfen, bei dem viele Menschen starben.

 

Nationalsozialismus


Wuppertal war in der Zeit des Nationalsozialismus schon früh ein Zentrum der aufstrebenden NSDAP, gleichzeitig aber eine Stadt des Widerstandes.

1932 besuchte Adolf Hitler zu einer Wahlkampfkundgebung Wuppertal.

Bis zum Sommer 1933 wurden 18 Bewohner von der SA getötet. 1930 wurde Willi Veller, der als besonders brutal galt zum Reichstagsabgeordneten und 1933 zum kommissarischen Polizeipräsidenten der Stadt ernannt. Er ließ das Konzentrationslager KZ Kemna errichten, welches bis 1934 bestand und zu den übelsten Vorkriegslagern zählte.

Die Textilindustrie erlebte durch die Produktion von Uniformen erstmals seit 1918 einen leichten Aufschwung.

Am 01.041933 wurden in Wuppertal Bücher verfemter Autoren verbracht. Dies löste am 10.05.1933 eine Welle weiterer Bücherverbrennungen in mehr als 50 anderen Städten aus.

Der Schriftsteller Armin T. Wegner protestierte am 11.04.1933 in einem offenen Brief gegen die Judenverfolgung und wurde daraufhin mehrere Monate inhaftiert. Er konnte später nach Italien auswandern.

1934 formierte sich Widerstand gegen Hitler seitens der Evangelischen Kirche.

1935 gelang es der Gestapo den Widerstand der sozialistischen Arbeiterbewegung zu zerschlagen. Danach begannen Massenprozesse gegen mehr als 650 Personen, bekannt als die Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden rund 38 Prozent der bebauten Fläche Wuppertals zerstört, darunter viele historische Gebäude wie Häuser aus der Gründerzeit und die Stadthalle.

Am 16.04.1945 marschierten US-Truppen in Wuppertal ein und konnten die Stadt aufgrund geringer Gegenwehr einnehmen. Tage zuvor hatten Arbeiter und Soldaten bei blutigen Straßenschlachten bereits führende Nazis festgenommen und die Kontrolle über die Stadt gewonnen. Am 16.06.1945 wurde Wuppertal britische Besatzungszone.

 

Wiederaufbau


In der Wiederaufbauphase nach dem Krieg legten Städteplaner vor allem Augenmerk auf den Bau breiter Straßen und die schnelle Schaffung von modernem Wohnraum.

Bis in die 1970er Jahre war die Textilindustrie Hauptwirtschaftsfaktor der Stadt, verlor dann aber an Bedeutung und große Betriebe schlossen.

2008 erhielt Wuppertal den Titel „Ort der Vielfalt“ von der Bundesregierung verliehen.

2015 erhielt Wuppertal den Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“.