Xanten, Deutschland


Xanten ist ein Luftkurort im Kreis Wesel in Deutschland. Die kleine Stadt liegt in Nordwesten Nordrhein-Westfalens am unteren Niederrhein.

Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesem Ort stammten.

Chronik

Bis 1815


Funde aus der Eisenzeit, Mittelsteinzeit und Jungsteinzeit belegen eine frühe Besiedlung der Region.

Um 12. v. Chr. gründeten die Römer ein Legionslager als Ausgangspunkt für Feldzüge gegen die Germanen. Um 8 v. Chr. siedelten sich auch Sugambrer in der Region um Xanten an. Im 5. Jahrhundert verließen die Römer die Region aufgrund zunehmender Überfälle durch die Germanen und der germanische Großstamm der Franken ließ sich nun hier nieder.

590 wird in einer Schrift der Bau einer Kapelle erwähnt.

Ab 752 ist karolingische Kirche dokumentiert, um die ab Mitte 8. Jahrhunderts der Stift ad Sanctos (übersetzt: bei den Heiligen) gegründet wurde. Danach entwickelte sich erst der Stadtkern namens Sanctos (967 dann Xanctum und ab 1144 Xantum), der von Händlern besiedelt war.

Um 1000 wurden in Xanten bereits Münzen geprägt.

1122 ist Xanten ein Teil eines kaufmännischen Netzwerkes am Niederrhein.

1228 erhielt Xanten Stadtrechte.

1263 wurde mit dem Bau des St. Viktor Doms begonnen, der 1544 fertiggestellt wurde.

1372 wurde Xanten im Geldrischen Erbfolgekrieg besetzt und daraufhin ab 1389 mit Mauern befestigt.

1402 wurde das Agnetenkloster von Franziskanerinnen gegründet.

Ab Mitte des 15. Jahrhunderts ging aufgrund von Kriegen und Missernten die Bevölkerungsanzahl um mehr als 3000 Bewohner auf etwa 2000 Bewohner Ende des 18. Jahrhunderts zurück.

1572 entstand in Xanten eine evangelische Gemeinde.

1598 wurde Xanten von spanischen Truppen besetzt.

1609 wurde das Jesuitenkloster Xanten gegründet.

1614 wurde Xanten erneut von spanischen Truppen besetzt.

1641 wurde Xanten von hessischen Truppen besetzt und teils zerstört.

Um 1650 wurde in Xanten die Evangelische Kirche der Katholische Kirche gleichgestellt.

1671 wurde Xanten von französischen Truppen besetzt.

1794 eroberten französische Revolutionstruppen die Stadt und Xanten wurde 1798 Verwaltungssitz eines Kantons im Arrondissement de Clèves des Département de la Roer

 

Von den Preußen bis heute


1815 fiel Xanten aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses an Preußen und wurde zunächst dem Kreis Rheinberg zugeordnet, der dann 1823 mit dem Kreis Geldern vereinigt wurde. Seit 1857 gehörte die Stadt zum Kreis Moers.

1853 wurde eine Dampfkornbrennerei eröffnet.

1877 wurde das Königliche Lehrerinnenseminar eröffnet.

1891 wurde ein toter Junge mit durchtrennter Kehle aufgefunden. Mordverdächtig war der jüdische Metzger Adolf Buschhoff der des Ritualmordes angeklagt wurde. Er habe ein katholisches Kind geschlachtet, zerstückelt und dessen Blut für rituelle Zwecke missbraucht. Die Anklage führte daraufhin zu Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung, so dass deren Bevölkerungsanteil von 80 Einwohnern im Jahr 1891 auf 14 Einwohner im Jahr 1925 zurückging.

Im 19. Jahrhundert war Xanten überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Zwar gab es auch Gewerbe wie Textilfabriken, Schnapsbrennereien, die jedoch nur die landwirtschaftlichen Produkte weiterverarbeiteten.

Die Zeit des Nationalsozialismus begann früh in Xanten. 1925 gründete Heinrich Prang die Ortsgruppe der NSDAP. 1933 wurde er stellvertretender Bürgermeister. Der Mordfall aus dem Jahr 1891 hatte bereits zu einer starken judenfeindlichen Haltung in der Xantener Bevölkerung geführt und wurde verstärkt als eine antisemitische Zeitung diesen Mordfall aufgriff. Die 8 noch in Xanten lebenden Juden wurden wieder Übergriffen ausgesetzt und flohen nach der Pogromnacht 1938, bei der ihre Wohnungen zerstört wurden.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde eine Kaserne und Luftmunitionsanstalt, die unter anderem Torpedos produzierte errichtet. Zunächst arbeiteten dort Xantener Bürger. Nachdem viele Männer jedoch von der Wehrmacht eingezogen wurden, musste die Arbeit vermehrt von Frauen und Kindern und später von Zwangsarbeitern durchgeführt werden.

Im Februar 1945 floh fast die gesamte Stadtverwaltung und der Bürgermeister nach Herbede, da sich kanadische Truppen der Stadt näherten. Bei Bombenangriffen im Februar wurden teils ganze Familien ausgelöscht und 85 Prozent der Gebäude, darunter der Dom, zerstört. Am 08.03.1945 marschierten kanadische Truppen in Xanten ein, wurden kurze Zeit später von den Briten ersetzt.

Durch Flüchtlinge aus den Ostgebieten stieg nach Kriegsende die Bevölkerung in Xanten stark an. 1966 war der Dom wiederaufgebaut.

Seit 1975 gehört Xanten zu dem Kreis Wesel.

1977 wurde der Archäologische Park Xanten eröffnet.

1982 eröffnete das Freizeitzentrum Xanten.

1988 erhielt Xanten den Titel eines staatlich anerkannten Erholungsortes.

1997 wurde die ehemalige Kaserne zu einer Wohnanlage umgebaut.

2010 wurde Xanten zu einer Mittleren kreisangehörigen Stadt.

Seit 2014 ist Xanten ein staatlich anerkannter Luftkurort.