Zanders Ingeborg geb. Schweitzer, 1921, München


Geboren:

08.10.1921 in München

Gestorben am: 09.08.2013 in Köln
Verheiratet mit:Leon Zanders
Kinder:nicht bekannt
Geschwister: ja
Eltern: Ignatz und Idamarie Schweitzer 

Aus ihrem Leben

Ingeborg Schweitzer wurde am 08.10.1921 in München als erstes Kind des Buchhändlerehepaares Ignatz und Idamarie Schweitzer geboren. Ignatz entstammte dem katholischen Teil der Familie des Urwalddoktors Albert Schweitzer. Ihre Mutter Idamarie, den Wittelsbachern zugetan, wirkte schon über Jahre als bemerkenswerte Person im Münchner Fachhandel für Bücher und Kunst. Von Büchern umgeben, geborgen in bayrisch-katholischer Frömmigkeit spürte Ingeborg schon als Kind, wie sie sagte, die Berufung zur Buchhändlerin. Geradewegs geht ihr Leben durch die Schule in die Berufsausbildung und ins Buchgeschäft der Mutter. Zunächst in München, danach bis zur Zerstörung durch Bomben im Zweiten Weltkrieg 1943 in Köln. Nach dem Krieg kehrt die Familie nach München zurück. Allein kommt Ingeborg Schweitzer nach dem Krieg 1948 noch vor der Währungsreform wieder nach Köln.

Ingeborg Zanders geb. Schweitzer

Mit einem Betriebskapital von 40 DM beginnt sie im Laden von „Zigarren Huhn“ im „Kattenbug“ einen neuen Buchhandel. In schwerer Zeit ein unglaublicher Start, an den sie sich bis ins hohe Alter immer noch erinnerte. Während einer Karnevalsfeier bei Freunden begegnet sie ihrem zukünftigen Ehepartner, dem Germanistikstudenten Leon Zanders. Sie heiraten. Mit der „Bücherstube am Museum“ im Kolpinghaus wird ein neues Geschäft eröffnet.

Der erfolgreiche Weg einer profiliert katholischen Buchhandlung beginnt: Leon, inzwischen Buchhändler gestaltet für die Kundschaft die anspruchsvolle Hauszeitung „Literampenlicht“. In ihr werden Bücher kritisch vorgestellt und empfohlen. Ingeborg verkauft mit Erfolg und organisiert im zerstörten Nachkriegsköln die ersten Dichterlesungen u.a. mit Werner Bergengruen, Waggerl, Eugen Roth, Schaper und Hilde Domin. Während einer Ferienreise besucht das junge Paar das Kloster St. Gallen, in dem Leon über der Bibliothekstür des Klosters in Griechisch die Worte „Heilstätte der Seele“ – Seelen Apotheke entdeckt. Sie werden bei Buch und Kunst Zanders zum Motto buchhändlerischer Arbeit. Der Wiederaufbau der Stadt zwingt Ingeborg und Leon Zanders mit ihrem Ladenlokal mehrmals umzuziehen. Die Kunden bleiben dem Geschäft Buch und Kunst Zanders jedoch treu und ziehen mit. 

Nach dem Tod ihres Mannes Leon verkauft Ingeborg ihre Buchhandlung, die sie bis 1991 nach 43 Jahre betrieben hat. Ihren Autoren und Kunden bleibt sie bis zu ihrem Tod im hohen Alter von 91 Jahren weiterhin treu verbunden. Ingeborg Zanders starb am 09.08.2013 in Köln.


Gedenkseite 1602