zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg Karl Friedrich, Fürst, 1904, Kleinheubach


Geboren am:

08.02.1904 in Kleinheubach

Gestorben am:

23.08.1990 in Neutrauchburg 

Verheiratet mit:

Carolina dei Conti Rignon (*17.02.1904 - † 20.09.1975 in Heidelberg)

Kinder: Maria Prinzessin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (*1935), Josephine Aloisia Prinzessin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (*1937) , Monika Maria Prinzessin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (*1938), Christina Prinzessin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (*1940), Alois Konstantin Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (*1941), Elizabeth-Alexandra Prinzessin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (*1944), Lioba Ernestine Prinzessin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (*1946)
Geschwister: 8
Eltern:

Aloys Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (*1871 - † 1952) und Josephine Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau (*1874 - † 1946)

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Karl-Friedrich Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg

Aus seinem Leben

Karl Friedrich zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg wurde am 08.02.1904 in Kleinheubach geboren. Seine Eltern waren Aloys Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (1871–1952) und Josephine Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau (1874–1946). Er war das dritte von neun Kindern.

Er besuchte das Jesuitenkolleg Stella Matutina in Feldkirch und studierte Philosophie und Rechtswissenschaften in Innsbruck, München und Würzburg. 1928 wurde er an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg mit einer Arbeit zum Erbverzicht und Abfindungsvertrag zum Dr. jur. promoviert. 

1935 heiratete er in Rom Carolina dei Conti Rignon, die 1975 verstarb. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor.

Karl Friedrich Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg war Sprecher der katholischen Jugend und von 1933 bis 1938 Vorsitzender des Verbandes der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas, bis dieser 1938 von den Nationalsozialisten aufgelöst wurde. 

Auf dem Katholikentag in Nürnberg 1931 bekannte er seine Bewunderung für einige Aspekte der Politik des faschistischen Regimes in Italien. Seiner Meinung nach ging die „Schamlosigkeit" in der deutschen Presse, Kunst, Theater und Filmindustrie viel zu weit. Werte der katholischen Kirche waren Löwenstein wichtiger als die parlamentarische Demokratie. Mussolinis Italien erschien ihm 1931 als die bessere Alternative, auch im Hinblick auf eine in einer ständischen Gesellschaft wieder mögliche offizielle Führungsrolle des Adels. Dagegen kritisierte er 1931 die extremen Auswüchse der NS-Ideologie, insbesondere deren Rassentheorie. Während der NS-Zeit war er dann jedoch Mitglied der SA und forderte 1934 die Studenten der Unitas auf, seinem Beispiel zu folgen.

1937 denunzierte Karl zu Löwenstein seinen liberal eingestellten Vetter Hubertus Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, der auf einer Reise durch Amerika die Verfolgung der Katholiken durch die Nationalsozialisten anprangerte. Nach 1945 tat Karl zu Löwenstein dies als einen notwendigen Tribut an die Zeit des Nationalsozialismus ab. 

Karl Friedrich zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg wurde am 06 09.1948, einen Tag nach Abschluss des Katholikentags in Mainz, zum Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) gewählt. Dieses Amt hatte auch sein Vater Aloys und sein gleichnamiger Großvater Karl zu Löwenstein inne. Letzterer war 1868 Gründer des ZdK gewesen. Somit konnte Karl zu Löwenstein an eine lange Tradition anknüpfen. Dies kam sowohl den Vorstellungen der kirchlichen Würdenträger als auch den alliierten Besatzungsmächten entgegen. Trotz seiner politischen Äußerungen in den dreißiger Jahren konnte er somit vom Prestige seines Namens profitieren. Als Präsident des Zentralkomitees zeigte er ein bedingungsloses Engagement für die Kirche und den Papst und erwarb sich während der Ära Adenauer Respekt in weiten Kreisen der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft. Noch vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil förderte er den interkonfessionellen Dialog. Zusammen mit dem Präsidenten des evangelischen Kirchentags, Reinhold von Thadden-Trieglaff, organisierte er ökumenische Begegnungen von Katholiken und Protestanten. Wie sein Vater unterstützte Karl zu Löwenstein die deutschen Missionare und förderte die internationale Zusammenarbeit der Christen weltweit.

Als sein Verhalten während der Zeit des Nationalsozialismus 1967 nach seiner Ernennung zum Mitglied des Weltlaienrats in die öffentliche Diskussion kam, trat er noch im selben Jahr als Präsident des Zentralkomitees zurück. Es war der Journalist Leo Waltermann, der in einer Sendung des WDR die NS-Vergangenheit Löwensteins in Erinnerung gerufen hatte und schwere Anschuldigungen erhob. Waltermann war an Quellenmaterial gelangt, das ihm von Katholiken im Ausland übermittelt wurde, die ein Mitglied des Weltlaienrats mit NS-Vergangenheit nicht hinnehmen wollten. Somit endete die über drei Generationen währende Tradition der Familie Löwenstein an der Spitze der deutschen Katholikentage.

Karls Sohn Alois Konstantin knüpft an diese Familientradition an, indem er als Kuratoriumsmitglied des Forums Deutscher Katholiken seit 2001 durch die Programme der von dieser Organisation in Konkurrenz zum Zentralkomitee veranstalteten jährlichen Kongresse Freude am Glauben führt, die als konservative Alternativveranstaltung zum Katholikentag angelegt sind.

Karl Friedrich Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg erhielt zahlreiche Auszeichnungen:

  • Ritter vom Heiligen Georg 
  • Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies 
  • Ritter des Malteserordens 
  • Großes Malteserkreuz 
  • Eisernes Kreuz (EK I) 
  • 1955: Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 
  • 1955: Bayerischer Verdienstorden 
  • 1955: Großkreuz des Gregoriusordens, dem Päpstlichen Ritterorden des heiligen Gregor des Großen

Karl Friedrich Fürst zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg starb am 23.08.1990 in Neutrauchburg im Alter von 86 Jahren.


Gedenkseite 1618